02:23 20 Januar 2018
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    Oppositionskundgebung in Alma-Ata

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    ASTANA, 26. Februar (RIA Novosti). Eine nicht genehmigte Oppositionskundgebung findet derzeit in der ehemaligen kasachischen Hauptstadt Alma-Ata statt.

    "Mehrere Tausend Teilnehmer fordern auf dem Platz vor dem Bürgermeisteramt eine gewissenhafte Untersuchung der jüngsten Morde. Es sollen die wirklichen Auftraggeber und Vollstrecker ermittelt und vor Gericht gestellt werden", erfuhr RIA Novosti telefonisch von einem Augenzeugen, der sich vor Ort befindet.

    Am Vortag hatte das Bürgermeisteramt der Opposition eine Kundgebung gestattet, allerdings nicht im Stadtzentrum, sondern in einem Randbezirk. Die Kundgebungsteilnehmer verweigerten aber diese Anweisung. Sie fordern vor allem, den Mord am namhaften Oppositionspolitiker Altynbek Sarssenbajew aufzuklären.

    Sarssenbajew war am 13. Februar drei Kilometer von Alma-Ata entfernt zusammen mit seinem Fahrer und Assistenten tot aufgefunden worden. Als mutmaßlicher Drahtzieher des Attentats wurde Jerschan Utembajew, Leiter des Apparates des Parlamentsoberhauses Kasachstans, festgenommen worden. Verhaftet wurden auch fünf Mitarbeiter der Sondereinheit "Arytsan" des Nationalen Sicherheitskomitees (NSK) Kasachstans, die verdächtigt werden, die Entführung Sarssenbajews organisiert zu haben.

    Der NSK-Vorsitzende Nartai Durbajew reichte darauf seinen Rücktritt ein.

    Kasachstans Präsident Nursultan Nasarbajew bewertete die Ermordung Sarssenbajews als eine Herausforderung der gesamten Öffentlichkeit Kasachstans. "Die Täter wollten Angst und Misstrauen zwischen den Menschen verbreiten", erklärte er letzten Montag im Fernsehen und versprach, dass die Täter und die Auftraggeber der Morde vor Gericht gestellt werden.

    Nasarbajews ältere Tochter Dariga, Chefin der Partei Assar, bezeichnete den Mord als "ein Attentat auf den Landespräsidenten". "Diese sorgfältig und gekonnt geplante Aktion dient der Diskreditierung von Präsident Nursultan Nasarbajew und des gesamten Staatsmachtsystems." Die hinter dem Mordanschlag stehenden Kräfte "wollen eine Revision der Ergebnisse der Präsidentenwahlen und eine neue Umverteilung der Macht", so Dariga Nasarbajewa. "Sie wollen Stabilität des Staates und der Gesellschaft Kasachstans unterminieren."

    "Nach den unverfrorenen und demonstrativen Handlungen von Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes waren sie ihrer Straflosigkeit sicher, weil hinter dem Mord überaus einflussreiche Kräfte stehen", betonte sie.

    Der 43-jährige Journalist Sarssenbajew hatte zuvor Ämter des Ministers für Information sowie für Kultur und gesellschaftliche Eintracht, des Sekretärs des Sicherheitsrates sowie des Botschafters Kasachstans in Russland bekleidet. In der letzten Zeit war er einer der Spitzenvertreter der Oppositionsbewegung "Für ein gerechtes Kasachstan".