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    Russlands Präsident besucht Ungarn

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    MOSKAU, 28. Februar (RIA Novosti). Russlands Präsident besucht Ungarn zum ersten Mal seit 1993 und zum zweiten Mal in der ganzen Geschichte der russisch-ungarischen Beziehungen.

    Wie Sergej Prichodko, Assistent des russischen Präsidenten, Journalisten mitteilte, beginnt der Besuch Wladimir Putins mit dem offiziellen Zeremoniell eines Treffens mit dem ungarischen Präsidenten, Laszlo Solyom.

    Zunächst werden Putin und Solyom im engen Kreis sprechen, und dann werden die Verhandlungen in erweiterter Zusammensetzung fortgesetzt.

    Später wird sich der russische Staatschef mit dem ungarischen Premierminister, Ferenc Gyurcsany, treffen. Geplant sind die Unterzeichnung einiger gemeinsamer Dokumente und eine Pressekonferenz.

    Anschließend wird Wladimir Putin Blumen am Denkmal für die Opfer der Ereignisse am 25. Oktober 1956 niederlegen, als Teilnehmer einer Demonstration erschossen worden waren.

    Es folgt ein kurzes Treffen mit dem ungarischen Ex-Premierminister Peter Medgyessy.

    Am Abend wird ein offizielles Essen im Namen des Premierministers Ungarns gegeben.

    Am 1. März wird Putin Kränze am Grab des Unbekannten Soldaten und am Denkmal für sowjetische Soldaten niederlegen.

    Danach wird sich der Präsident an der feierlichen Eröffnung einer Ausstellung von Büchern aus der Sammlung der Bibliothek von Sarospatak beteiligen und sieben ungarischen Wissenschaftlern und Kunstschaffenden Puschkin-Medaillen überreichen.

    Der letzte Punkt des Aufenthaltsprogramms des russischen Präsidenten in Budapest ist ein Arbeitsfrühstück mit Ferenc Gyurcsany, wonach Wladimir Putin nach Prag reist.

    Wie Sergej Prichodko sagte, werden große Investitionsprojekte im Blickpunkt der Verhandlungen des russischen Präsidenten mit der ungarischen Führung stehen.

    Ihm zufolge sind die Wirtschaftsbeziehungen das Kernstück der Zusammenarbeit zwischen Russland und Ungarn. Aber Moskau will die heutige Struktur des Warenumsatzes mit Budapest ändern, bei dem die Lieferungen von Erdöl und Erdgas den Hauptanteil ausmachen. "Der Energietrend bleibt erhalten", stellte Prichodko fest.

    In diesem Zusammenhang berichtete er über die feste Absicht der russischen Führung, die Pläne russischer Unternehmen für die Beteiligung an großen Investitionsprojekten auf dem ungarischen Territorium ernsthaft zu unterstützen.

    "Es geht unter anderem um die mögliche Teilnahme russischer Firmen an der Modernisierung des Kernkraftwerkes Paks, die Erweiterung und Rekonstruktion der Budapester U-Bahn und die Lieferungen des rollenden Materials dafür", sagte Prichodko.

    Außerdem werden Pläne für die Zusammenarbeit mit der RAO UES (Unified Energy System) auf dem Gebiet der Elektroenergetik durchgearbeitet.

    In den Verhandlungen in Ungarn werden auch das Zusammenwirken im Transportwesen, die Zusammenarbeit in Hightech-Bereich, Tourismus, Bildung, Kultur und Landwirtschaft besprochen.

    "Die Lieferungen russischer Energieträger auf der Grundlage der bestehenden langfristigen Verträge sowie die Umsetzung der Gemeinschaftsprojekte im Erdöl- und Erdgasbereich werden bei der Erörterung einen wichtigen Platz einnehmen", teilte Sergej Prichodko mit.

    Nach Angaben der RIA Novosti nimmt eben Ungarn unter den Staaten Mitteleuropas bei Gasaufkäufen bei Gasprom den ersten Platz ein.

    Über das Territorium Ungarns erfolgt der russische Gastransit nach Bosnien, Serbien und Montenegro. Im vorigen Jahr machte der Transitumfang 2,4 Milliarden Kubikmeter aus.

    Außerdem wird fast das ganze von Ungarn importierte Erdöl aus Russland geliefert. Der Hauptlieferant ist Lukoil. 2005 betrugen die Erdöllieferungen nach vorläufigen Schätzungen 6,4 Millionen Tonnen.

    Russlands Präsident wird im Zuge seines offiziellen zweitägigen Ungarn-Besuches auch die Möglichkeit der Visaerleichterungen zwischen den beiden Ländern behandeln, sagte Prichodko.

    Ihm zufolge gibt es heute zwei Tendenzen in der Europäischen Union: Die erste Tendenz besteht darin, zu versuchen, dem Prozess der Visaerleichterungen mit Russland einen kollektiven Charakter zu verleihen, und die zweite darin, dass jene Länder die Verhandlungen durchführen, die dazu bereit sind.

    In den Verhandlungen werden voraussichtlich auch andere Fragen behandelt, die den Dialog zwischen Russland und der EU betreffen.

    Prichodko schloss nicht aus, dass die Situation im Balkan, in Serbien, Montenegro und im Kosovo besprochen wird.

    "Zwischen Russland und Ungarn gibt es wichtige Berührungspunkte im Kampf gegen die neuen Herausforderungen und globalen Gefahren, den internationalen Terrorismus, die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen, die organisierte Kriminalität und die illegale Migration", betonte der Assistent des russischen Präsidenten.

    "Die militärtechnische Zusammenarbeit entwickelt sich, allerdings nicht gerade rasant", fügte er hinzu.

    Im Nationalen Museum in Budapest wird am 1. März eine Ausstellung von Büchern aus der Bibliothek des Sarospataker reformatorischen Colleges feierlich eröffnet, die Russland im Februar Ungarn übergeben hat.

    Wie Prichodko sagte, ist die Übergabe von Büchern eine symbolische Geste, die von einer neuen Qualität der bilateralen Beziehungen zeugt.

    Der russische Präsident wird bei seinem Ungarn-Besuch wenigstens neun Dokumente unterzeichnen.

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