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    Iran lehnt Japans Vorschlag ab

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    MOSKAU, 28. Februar (RIA Novosti). Der iranische Außenminister Manouchehr Mottaki hat den Vorschlag des japanischen Premiers Junichiro Koizumi, das iranische Atomprogramm einzufrieren, abgelehnt.

    Bei dem Treffen mit Mottaki hatte Koizumi darauf verwiesen, dass Japan als einziges Land der Welt unter Atomwaffeneinsatz gelitten habe. Deshalb reagiere Tokio sehr empfindlich auf atomare Ambitionen anderer Staaten. Er forderte den Iran auf, auf Urananreicherung und dazugehörige Kernforschungen zu verzichten, um nicht in Isolation zu geraten.

    Daraufhin antwortete Mottaki, sein Land werde keine atomare Diskriminierung dulden, umso mehr als sein Programm ausschließlich friedlichen Zwecken diene. Dabei äußerte er die Hoffnung, dass die Gespräche mit Russland über eventuelle Urananreicherung auf russischem Boden zur Bewältigung der Krise verhelfen würden.

    Mottaki rief auch japanische Unternehmen auf, sich in den Bau von Kernkraftwerken im Iran aktiver einzubinden. "Ich habe dem japanischen Premier vorgeschlagen, die Beteiligung japanischer Firmen an zehn bis 15 Bauprojekten für Atomkraftwerke zu sponsern", sagte der iranische Außenminister vor Journalisten. "Künftig werden wir mindestens 20 000 Megawatt erzeugen müssen."

    Am Dienstagvormittag hatte Mottaki bei einem Treffen mit Japans Minister für Wirtschaft, Handel und Industrie, Toshihiro Nikai, betont, sein Land betreibe ausschließlich friedliche Nuklearforschungen im Interesse einer preisgünstigen Stromerzeugung. "Wir wollen keine Atomwaffen produzieren", betonte er. Der russische Vorschlag zur Gründung eines Joint Ventures biete dem Iran die Chance, sein Recht auf Atomenergie in Anspruch zu nehmen und gleichzeitig internationales Vertrauen zu gewinnen, urteilte Mottaki.

    Der japanische Minister verwies seinerseits darauf, dass Teheran das Vertrauen der Internationalen Atomenergiebehörde IAEO und der gesamten internationalen Völkergemeinschaft braucht. Mottaki erwiderte, Iran sei bereit, die zivilen Ziele seines Nuklearprogramms zu beweisen.

    Bei einem Treffen mit Mottaki am Montag hatte Japans Außenamtschef, Taro Aso, Teheran aufgerufen, auf das russische Angebot "eine kluge und positive Antwort zu geben".

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