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    "Gaseta": Russische Sprache eines der Hauptthemen der Wahldiskussionen in Ukraine

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    MOSKAU, 09. März (RIA Novosti). Um den Status der russischen Sprache sind im Vorfeld der Parlamentswahlen in der Ukraine heftige Diskussionen entbrannt, berichtet die Tageszeitung "Gaseta" am Donnerstag.

    Die Abgeordneten des Stadtparlaments der ostukrainischen Großstadt Charkow nahmen am Vortag einen Beschluss an, mit dem der russischen Sprache der Status einer regionalen (und der zweiten offiziellen) Sprache verliehen wird. Eine Woche zuvor hatte das Parlament der Provinz Krim die Absicht geäußert, ein beratendes Referendum zur gleichen Frage abzuhalten.

    Der ukrainische Parlamentschef Wladimir Litwin befürchtet: "Wenn Referenden über die Verfassung, die NATO, den Einheitlichen Wirtschaftsraum und die russische Sprache beginnen, so wird irgend jemand bestimmt ein Referendum über einen Sonderstatus seines Territoriums abhalten wollen. Dann droht dem Land eine Spaltung."

    Die jetzige öffentliche Diskussion in der Ukraine ist zwar von rein polittechnologischer Natur, sie könnte allerdings die bilateralen Beziehungen zwischen Moskau und Kiew belasten, insbesondere angesichts der eindeutig unobjektiven Beleuchtung dieses Problems in den russischen Fernsehsendern.

    Im Unterschied zur Ukraine schenkt Russland Problemen der regionalen Sprachen keine besonders große Aufmerksamkeit. Die Rechte der kleineren Völkerschaften in Russland sind in sprachlicher Hinsicht faktisch eingeschränkt. Davon zeugen u. a. Aktionen der tatarischen Minderheit in der Teilrepublik Baschkirien von 2005, die die Einführung des Tatarischen als einer regionalen Sprache gefordert haben. Die Tataren sind die zweitgrößte ethnische Gruppe in der Republik nach den Russen, dennoch weigert sich Baschkiriens Führung, diesen Forderungen nachzukommen.

    Vor einigen Jahren wollten die Behörden in Kasan, Hauptstadt der Republik Tatarien, ihre Sprache von der kyrillischen auf die lateinische Schrift umstellen, wie dies vor der Sowjetmacht der Fall gewesen war. Darauf folgte eine grobe Mahnung aus Moskau, nach der die Wiederherstellung der historischen Gerechtigkeit ad acta gelegt werden musste. Dies war nur ein Beispiel dafür, wie Russlands Föderationsbehörden die Sprachprobleme lösen.

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