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    Konstantin Kossatschow: Verfrüht von Sanktionen gegen Iran zu sprechen

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    Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses in der russischen Staatsduma, Konstantin Kossatschow, bezeichnete es als eines der Hauptergebnisse der Diskussionen über das iranische Problem im Gouverneursrat der IAEO, dass das "Atom-Dossier" nicht dem UN-Sicherheitsrat übergeben worden sei.

    MOSKAU, 09. März (RIA Novosti). Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses in der russischen Staatsduma, Konstantin Kossatschow, bezeichnete es als eines der Hauptergebnisse der Diskussionen über das iranische Problem im Gouverneursrat der IAEO, dass das "Atom-Dossier" nicht dem UN-Sicherheitsrat übergeben worden sei.

    Gleichzeitig stellte er jedoch am Donnerstag im Gespräch mit Journalisten fest, dass alle Diskussionsteilnehmer, einschließlich Russland, "von der bisherigen Zusammenarbeit Irans mit der IAEO" enttäuscht seien.

    Russland plädiert ihm zufolge dafür, dass Iran zum Moratorium über alle Forschungen und praktischen Arbeiten zur Urananreicherung auf seinem Territorium zurückkehrt. Außerdem rufe Moskau dazu auf, das Zusatzprotokoll zum Vertrag über die Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen, welches Teheran unterzeichnet hatte, nun auch zu ratifizieren.

    Russland meine ferner, Iran sollte auf sämtliche Pläne zum Bau von Atomkraftwerken mit so genannten Schwerwasserreaktoren auf seinem Territorium verzichten. Konstantin Kossatschow erläuterte, dass technologisch in diesem Fall eine ganz andere Situation eintreten würde, denn dann sei es theoretisch möglich, auch Komponenten für Atomwaffen herzustellen.

    "Diese Positionen berücksichtigt Iran in seiner Zusammenarbeit mit der IAEO bisher leider nicht", stellte der Parlamentarier fest.

    Konstantin Kossatschow hält es für verfrüht, von einem unverzüglichen Beschluss über die Verhängung von Sanktionen gegen Iran zu sprechen. Unter den Mitgliedern des UN-Sicherheitsrates gebe es in dieser Frage keine einheitlichen Positionen. "Wie bekannt ist, beziehen Russland und China prinzipiell andere Positionen als die USA und die europäischen Länder", rief er in Erinnerung.

    Er geht davon aus, dass es im UN-Sicherheitsrat zu einem Meinungsaustausch kommen werde und möglicherweise eine Art von Road Map ausgearbeitet wird. In diesem Dokument könnte festgelegt werden, was Iran in bestimmten Zeiträumen zu tun hat und welche Folgen eine eventuelle Tatenlosigkeit der iranischen Behörden nach sich ziehen würden.

    Konstantin Kossatschow ist überzeugt, dass Transparenz und Berechenbarkeit in allen Etappen der Entwicklung um Iran erreichbar seien. Er fügte hinzu, je schneller eine derartige Road Map vorliege, desto einfacher wird es sein, mit Teheran zu Kompromissen zu finden.