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    Der Schutz der Landsleute im Ausland ist für Russland eine Prestigefrage

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    MOSKAU, 09. März (RIA Novosti). Das russische Außenamt hält den Schutz der Landsleute im Ausland für eine Prestigefrage für Russland und eines seiner lebenswichtigen Interessen.

    Dies stellte Alexander Tschepurin, Direktor des Departements Arbeit mit den Landsleuten im Ausland, am Donnerstag in einem RIA Novosti-Interview fest.

    Die russische Diaspora ist nach Angaben des Außenministeriums eine der größten in der Welt und zählt 25 bis 30 Millionen Menschen. Fast die Hälfte von ihnen leben im postsowjetischen Raum - den Mitgliedsländern der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) und im Baltikum.

    Russland gehe davon aus, erklärte der ranghohe Diplomat, dass es nicht über die Besorgnisse und Probleme der Landsleute im Ausland hinwegsehen dürfe. Und es siehe sich besonders verpflichtet, wenn es um die Verletzung der Menschenrechte und Freiheiten geht.

    Die Lage der russischsprachigen Bevölkerung ist laut Tschepurin in den GUS-Ländern im Allgemeinen besser, als in den baltischen Staaten. Doch die Ausreise des sozial engagierten, arbeitsfähigen Teils der russischen Diaspora aus diesen Ländern setzt sich fort. Als Folge wird dort der Anteil der sozial schwachen Bevölkerung - Rentner, Behinderte, kinderreiche Familien und Familien nur mit einem Elternteil - immer größer.

    Auffällig sei die ungenügende Vertretung der russischen Landsleute in den örtlichen Verwaltungen, in den Gerichten und Rechtsschutzorganen. Auch die Verdrängung der Russen aus Prestigeberufen im Bereich der Kultur, der Wissenschaft, der Bildung und des Gesundheitswesens gehe weiter.

    Ein Problem stellt auch die Schrumpfung des russischsprachigen Raums dar. Die Zahl der russischen Schulen, TV- und Radiosendungen und Printmedien in russischer Sprache reduziert sich, sagte Tschepurin.

    Dabei ist die russischsprachige Bevölkerung in den meisten GUS-Ländern nach wie ein wichtiger Faktor in der Innen- und Außenpolitik und in den bilateralen Beziehungen dieser Länder mit Russland.

    "Es ist klar, dass Reaktionen auf Verletzungen der Rechte unserer Landsleute adäquat sein und an den allgemeinen Charakter der bilateralen Beziehungen anknüpfen müssen", sagte Tschepurin. Bei der Verteidigung der Interessen der Landsleute müssen politische und diplomatische Methoden vorrangig sein und internationale Organisationen herangezogen werden, fügte er hinzu.

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