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    "Wremja Nowostej": Russlands Außenminister Lawrow gegen Isolierung der Hamas

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    MOSKAU, 15. März (RIA Novosti). Die Versuche, die Hamas mit Hilfe einer Finanzblockade Palästinas zu isolieren, werden Probleme des Nahen Ostens nicht lösen und zu einem großen Krieg in der Region führen. Diese Meinung äußerte Russlands Außenminister Sergej Lawrow in einem am Mittwoch in der Tageszeitung "Wremja Nowostej" veröffentlichten Interview.

    Diese Versuche "sind kontraproduktiv", führte er weiter aus. "Ein Rücktritt der Hamas-Regierung infolge einer finanziellen Abwürgung ist am wenigsten wahrscheinlich. Aber auch die Palästinenser werden ihre Einstellung zur Hamas nicht ändern."

    Wahrscheinlicher wäre es, dass die Hamas bei Neuwahlen noch überlegener siegen würde. "Beziehungsweise werden die Kräfte in der Hamas die Oberhand gewinnen, die alle ihre radikalen extremistischen Prinzipien beibehalten wollen. Dann wird in den palästinensischen Gebieten ein Chaos ausbrechen."

    Sollte jemand meinen, dass man sich in den Fall einmischen, in der Palästina Ordnung schaffen und die Hamas vernichten könnte, so wäre das "eine Einladung zu einem sehr großen Krieg im Nahen Osten".

    Die Bewegung Hamas muss zu einem "vollwertigen Partner bei den Friedensverhandlungen werden und die Palästinensische nationale Administration vertreten".

    "Wir beschränkten uns nicht auf ein Treffen mit der Hamas-Führung in Moskau", fügte Lawrow hinzu. "Über unsere Vertreter in der Region erinnern wir sie an die Versprechungen, die in Moskau gegeben wurden."

    Es handle sich um die Anerkennung der "Straßenkarte" als des Friedensplans für den Nahen Osten, um die Gewährleistung der Transparenz der in Palästina eintreffenden ausländischen Hilfe und um die Anerkennung aller Vollmachten von Präsident Mahmud Abbas, einschließlich der außenpolitischen Vollmachten.

    "Dazu gehört auch die Notwendigkeit, dass die Hamas die arabische Friedensinitiative unterstützt, die genauso wie die ‚Straßenkarte' Israels Anerkennung voraussetzt", fügte der Außenminister hinzu. Wie er sagte, rechnet er in den nächsten zwei Wochen mit "gewissen praktischen Schritten in diesen Bereichen".