20:53 15 Dezember 2017
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    Wozu braucht Gaidamak die "France Soir"?

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    MOSKAU, 15. März (RIA Novosti). Der in Frankreich berüchtigt-berühmte Multimilliardär russischer Herkunft Arkadi Gaidamak, 54, der heute in Israel wohnhaft ist, hat die französische Tageszeitung "France Soir" gekauft. Das ist bereits die zweite vom Unternehmer erworbene Zeitung. Im Oktober 2005 hatte Gaidamak die russische Wochenschrift "Moscow News" ("Moskowskije Nowosti") gekauft, die bis dahin dem ehemaligen Yukos-Mitbesitzer Leonid Newslin gehört hatte.

    Am 16. März findet eine Sitzung des kommerziellen Schiedsgerichtes der Stadt Lille statt, das das Geschäft, wie es scheint, bestätigen wird.

    Die "France Soir" war in den beiden zurückliegenden Jahren mit ernsthaften finanziellen Schwierigkeiten konfrontiert. Die Zeitung wird jetzt auf Gerichtsbeschluss liquidiert. Die Belegschaft zählt 115 Personen, darunter 75 Journalisten.

    Dem Geschäft war ein sensationeller Skandal vorausgegangen: Der Besitzer der Zeitung, der französische Unternehmer agyptischer Herkunft Raymond Lakah, setzte den Präsidenten und Chefredakteur der Zeitung, Jacques Lefranc, ab, der die in der dänischen Presse veröffentlichten Karikaturen von Prophet Mohammed nachgedruckt hatte. Die Karikaturen haben unter den Islam-Anhängern eine Protestwelle ausgelöst.

    Lakah zufolge wird der Käufer den jetzigen Managern zwölf Millionen Euro zur Tilgung aller bestehenden Schulden der "Presse Alliance" (sie verlegt die "France Soir") übergeben sowie eine Geldsumme aufbringen müssen, die für das Funktionieren der Zeitung und die Erhaltung der vollzähligen Belegschaft erforderlich ist.

    Die gegenwärtigen Behörden Frankreichs beschuldigen Gaidamak wegen Steuerdelikten und fordern von Israel seine Auslieferung. Gaidamak besitzt solides Vermögen in Frankreich: ein Landgut an der Cote d'Azur‚ eine Gemäldegalerie und ein Haus in Paris. Allem Anschein nach beabsichtigt Gaidamak russischen Quellen zufolge nicht, unbeteiligt dazusitzen und zu warten, bis seine Widersacher die nächsten Wahlen in Frankreich gewinnen, - er will "Politik spielen". Zu diesem Zweck hat er eine - wenn auch bankrotte - Zeitung gekauft.

    Gaidamak war seit November 2005 sechsmal im Zusammenhang mit einem Ermittlungsverfahren wegen Kapitalwäsche über die israelische Bank "Hapoalim" vernommen worden.

    Gaidamak besitzt die israelische Fußball-Mannschaft "Beitar Jerusalem" und die israelische Basketball-Mannschaft "Apoel Jerusalem". Er hat 50 Millionen Dollar für die jüdische Agentur "Sohnut" gespendet, die sich mit der Repatriierung der Juden in der ganzen Welt befasst. Nach Angaben der Tageszeitung "Wremja Nowostej" führt Gaidamak Verhandlungen über den Erwerb von 25 Prozent der Aktien des 10. Fernsehkanals Israels. Der Wert des Geschäfts kann 20 Millionen Dollar erreichen. Wie man in Israel spricht, könne dies Gaidamak dazu verhelfen, die Politik des jüdischen Staates zu beeinflussen.

    Die unternehmerische Tätigkeit von Gaidamak auf russischem und kasachischem Territorium ist recht mannigfaltig. Er besitzt Chemie- und Bergbaubetriebe, Geflügelfabriken. Gaidamak ist eine einflussreiche Figur im Diamanten- und im Erdölgeschäft von Angola.

    Er war Anfang der 1970er Jahre aus der UdSSR nach Frankreich ausgewandert und lieferte Waffen nach Angola. Nachdem er in Frankreich zur Fahndung ausgeschrieben wurde, zog er nach Israel um. Es wird angenommen, dass Gaidamak die Staatsbürgerschaft von Israel, Frankreich, Kanada und Angola hat.

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