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    "Bisnes": USA-Forderungen lassen Russlands WTO-Beitritt in die Ferne rücken

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    MOSKAU, 12. April (RIA Novosti). Die zusätzlichen Bedingungen für einen WTO-Beitritt, die die USA an die russische Delegation gestellt haben, haben sich als nicht so harmlos erwiesen, wie das die Beamten behaupteten, schreibt die Wirtschaftszeitung "Bisnes" am Mittwoch. Der Staatsduma-Vorsitzende Boris Gryslow schloss am Dienstag nicht aus, dass Russland seinen Beitritt zur Welthandelsorganisation um eine geraume Zeit verschieben kann, wenn die Anforderungen, auf denen die WTO-Teilnehmer bestehen, die russische Seite nicht zufrieden stellen würden.

    Nach Ansicht von Experten liegt die Lösung der Probleme im politischen und nicht im wirtschaftlichen Bereich. "Das Limit der Zugeständnisse ist bereits ausgeschöpft", so Grylsow, weil der "WTO-Beitritt kein Selbstzweck ist". Maxim Medwedkow, Russlands Delegationsleiter bei den Verhandlungen mit der WTO, verweist darauf, dass die USA-Forderungen, die Eröffnung von Filialen ausländischer Banken in Russland zu gestatten, ein Stein des Anstoßes bleibt. Nach Ansicht von Alexander Schochin, Leiter des Russischen Industriellen- und Unternehmerverbandes, könnten Russlands Zugeständnisse in dieser Frage eine Revision der mit anderen Ländern bereits geschlossenen Abkommen nach sich ziehen, weil diese Staaten ebenfalls einträgliche Präferenzen fordern könnten.

    Nach Ansicht von Experten ist es überhaupt falsch, eine Zeitgrenze für den WTO-Beitritt zu setzen. "Es ist sinnlos, den Termin des WTO-Beitritts zu verabsolutieren", sagt Iossif Diskin, Kovorsitzender des Rates für nationale Strategie. "Hauptsache, die Akzente sind endlich richtig gesetzt: Wir müssen nicht um jeden Preis beitreten, sondern alle Vor- und Nachteile eines Beitritts abschätzen."

    Laut Alexej Skopin, stellvertretender Lehrstuhlleiter für regionale Wirtschaft und Wirtschaftsgeografie der Wirtschaftshochschule, ist die Aussetzung der Verhandlungen mit den USA direkt mit dem Wirtschaftskrieg verbunden, der an der Südgrenze Russlands ausgebrochen ist.

    "Vor dem Hindergrund der Konfrontation mit der Ukraine, Georgien und Moldawien wirkt ein Beitritt zur WTO, die den freien Handel fördert, lächerlich", sagt der Experte. "Die Probleme mit diesen Ländern müssen auf politischer Ebene geregelt werden. Hätte Russland diesen Krieg nicht erwidert, so hätte es einseitige Verluste erlitten. Jetzt aber Zugeständnisse zu machen, würde bedeuten, alle Hebel des Einflusses auf diese Länder zu verlieren, weil sie auf Anweisung der USA handeln."

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