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    "Iswestija": Ausländer übertreiben Invasion von Raubkopien aus Russland

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    MOSKAU, 12. April (RIA Novosti). Westliche Experten behaupten, dass die in Russland hergestellten Raubkopien in 27 Ländern anzutreffen sind. Experten des Meinungsforschungsinstituts WZIOM sind aber der Überzeugung, dass die realen Zahlen halb so hoch sind, schreibt die "Iswestija" am Mittwoch.

    Nach Angaben des Internationalen Verbands der Musikwirtschaft (IFPI) haben die Produktionskapazitäten in Russland eine Jahresleistung von höchstens 395 Millionen CD. Zugleich kaufen Russlands Einwohner laut einer WZIOM-Schätzung jährlich rund 475 Millionen CD.

    Wie kann Russland Erzeugnisse exportieren, die selbst für den Inlandsgebrauch nicht ausreichend produziert werden? Eine Antwort darauf gibt der Internationale Verband für den Schutz des geistigen Eigentums in einem "Sonderbericht 301" über die Situation mit der Raubkopienproduktion 2006: Die nicht in Russland hergestellten Raubkopien kommen hauptsächlich aus der Ukraine. Zugleich wurde die Ukraine vom Büro des USA-Handelsvertreters vor kurzem von der "Liste 301" (Länder, die gegen die geistigen Eigentumsrechte verstoßen) gestrichen.

    Nach Angaben des Internationalen Verbands für den Schutz der geistigen Eigentumsrechte und von IFPI lag der Stand der Piraterie in Russland bei 81 Prozent im Videobereich und bei 67 Prozent bei den Tonaufnahmen. "Der Stand der Piraterie ist höchstens halb so hoch wie es unsere ausländischen Kritiker behaupten wollen", entgegnen WZIOM-Experten. Der Anteil der illegal hergestellten CD auf dem russischen Markt beträgt nach ihren Angaben 20 bis 25 Prozent, bei DVD liegt er bei rund 40 Prozent.

    Die Schätzungen der von der Piraterie verursachten Schäden unterscheiden sich um ein Vielfaches. Laut IFPI-Angaben verlieren die amerikanischen Rechtsinhaber jährlich rund 1,7 Milliarden Dollar. Kongressabgeordnete behaupten, es handle sich um vier Milliarden Dollar. Die Methodik dieser Berechnungen bleibt rätselhaft.

    Nach Ansicht von Wladimir Lopatin, Direktor des Forschungsinstituts für geistiges Eigentum, sind die realen Verluste der Rechtsinhaber viel geringer, dahinter stecken aber wirtschaftliche und politische Interessen. "Halbwegs objektive Methodiken für die Berechnung des Anteils von Raubkopien gibt es in der Welt noch nicht, ohne diese aber ist jede angegebene Zahl subjektiv."

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