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    "Gaseta.Ru": Kassjanow sucht nach alternativer Wirtschaftspolitik

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    MOSKAU, 12. April (RIA Novosti). Michail Kassjanow, Ex-Premier und heute ein Oppositionspolitiker, hat namhafte liberale Wirtschaftsexperten, Politologen und Soziologen versammelt und sie gebeten, die Grundlagen einer alternativen Wirtschaftspolitik zu formulieren, berichtet die Internetzeitung "Gazeta.Ru". Die Experten beschränkten sich aber auf eine Kritik des Regierungskurses.

    Es entstand der Eindruck, dass alle Teilnehmer der Rundtischkonferenz "Russland-2006: Scheidewege der Wirtschaftspolitik" es verlernt haben, eine öffentliche Diskussion unter ihresgleichen zu führen, schreibt die Internetzeitung. Das ist auch nicht verwunderlich: Derartige Versammlungen sind in letzter Zeit immer mehr verkümmert. Die Regierung macht lediglich von zwei oder drei Beratern Gebrauch (solchen wie Andrej Beloussow, der ehemalige Chef des Zentrums für Makroökonomische Analyse und Prognose, und Michail Kopejkin, Vizechef des Regierungsapparats). Die restlichen Wirtschaftsexperten verkehren in rein professionellen Kreisen.

    Experten äußerten sich gern darüber, was sie beunruhigt. Einer der wichtigsten Vorwürfe am jetzigen Wirtschaftskurs der Regierung und des Kremls war die wuchernde Korruption und Bürokratie, die das Wirtschaftswachstum behindern.

    Alexander Ausan, Präsident des Instituts "Nationales Projekt", stellte fest: "Die Reformen vom Ende der 90er Jahre stützten sich auf drei Säulen: Privatisierung, Liberalisierung und makroökonomische Stabilisierung. Als Folge bekamen wir eine Wirtschaft mit starken monopolitischen Gruppen." "In der Sprache der institutionellen Wirtschaftsexperten heißt das nicht Reformen, sondern eine Unterspülung des Staatseigentums", betonte er.

    Juri Lewada, Leiter eines Meinungsforschungsinstituts, verwies darauf, dass die jetzige Wirtschaft "von Korruptionsbeziehungen durchdrungen wird".

    Den letzten Nagel in den Sarg der jetzigen Wirtschaftspolitik jagte Georgi Satarow, Präsident des Fonds INDEM: "Der Geldstrom geht mit einer Verwaltungskrise einher. Das Geld demoralisiert die Bürokratie. Das absolute Geld demoralisiert absolut."

    Trotz der massiven Kritik an der jetzigen Wirtschaftspolitik hat Kassjanow aber keine einheitliche Konzeption gehört, wie das Land entwickelt und wie die Abhängigkeit von den Öldollars verringert werden sollte.

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