07:57 20 Oktober 2018
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    Irans Urananreicherung tangiert nicht sein Militärprogramm

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    Die iranischen Fortschritte bei der Urananreicherung stehen in keinem Zusammenhang mit dem Militärprogramm, hat Viktor Michailow, der frühere russische Atomminister und heutige Direktor des Instituts für Strategische Stabilität

    MOSKAU, 12. April (RIA Novosti). Die iranischen Fortschritte bei der Urananreicherung stehen in keinem Zusammenhang mit dem Militärprogramm, hat Viktor Michailow, der frühere russische Atomminister und heutige Direktor des Instituts für Strategische Stabilität, der RIA Novosti am Mittwoch gesagt.

    Der Wissenschaftler unterstrich, dass eine Anreicherung des Uranisotopen-235 bis auf 3,5 Prozent nicht für militärische Zwecke ausreichen würde. "Iran proklamiert sich zur Atommacht auf dem Gebiet der Nutzung des Atoms zu friedlichen Zwecken, wie übrigens andere Länder auch. Niedrigangereichertes Uran dient eben der friedlichen Nutzung", sagte er unter Hinweis auf den Brennstoff in Kernkraftwerken.

    Den Brennstoff für das KKW Bushehr wird dennoch Russland liefern, denn in Iran werde Uran nicht im benötigten Umfang angereichert. Mit den gegenwärtigen Zentrifugen könnten vielleicht einige Kilogramm Uran angereichert werden. Gebraucht würden jedoch Tonnen.

    Der Ex-Minister meint, Iran wäre gut beraten, die industrielle Urananreicherung real einzuschätzen, denn die bestehenden Produktionskapazitäten könnten nicht den Bedarf decken.

    Den russischen Vorschlag, mit Iran ein Gemeinschaftsunternehmen zur Urananreicherung in Russland zu schaffen, würdigte der Ex-Minister ausdrücklich, weil sich Iran mit dem Vorhaben sofort einiger komplizierter Probleme bei der Entwicklung eines friedlichen Atomprogramms entledigen würde.

    Brennstoffe für Kernkraftwerke benötigen ein Anreicherungsgrad von bis zu 20 Prozent des Isotops-235. Für diese Zwecke stehen zwei Technologien zur Verfügung: Gaszentrifugen oder eine Laser-Anreicherung. Das Isotop-235 kann mit dem zweiten Verfahren bis auf 90 Prozent angereichert werden.

    Für militärische Zwecke muss die Anreicherung des Isotops-235 bis auf 80 bis 90 Prozent erfolgen.

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