18:47 22 August 2017
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    Armenier gedenken des Genozids im Osmanischen Reich

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    JEREWAN, 24. April (RIA Novosti). In Armenien, in Bergkarabach und in der armenischen Diaspora wird in diesen Tagen der Opfer des Genozids im Osmanischen Reich gedacht.

    In der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag wurden in Jerewan und verschiedenen Landesteilen mit Fackelzügen der Opfer gedacht. Sie standen im Zeichen der Worte aus dem inzwischen klassischen Gedicht des armenischen Poeten Atom Jardschanjan, der beim Genozid 1915 von den Türken ermordet worden war: "Mein Name ist Kampf; mein Ableben der Sieg."

    Am Montag führt ein Marsch zum Memorial des Gedenkens an die Opfer des Genozids von 1915 in Jerewan. Dort werden der Präsident, Regierungsmitglieder, Parlamentsabgeordnete und das diplomatische Korps vertreten sein. Erwartet werden zahlreiche Gäste, darunter Politiker, Kulturschaffende und Intellektuelle aus vielen Herren Länder.

    Um 18.00 Moskauer Uhrzeit wird in Armenien, in Bergkarabach und von den im Ausland lebenden Armeniern mit einer Schweigeminute der Opfer gedacht. In der St. Gregor Lusavorich Kirche wird ein Gedenkgottesdienst abgehalten werden.

    Seit Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Jahre 1920 kam es in der osmanischen Türkei regelmäßig zu Pogromen gegen Armenier, die ihren Höhepunkt im Jahre 1915 fanden. Historiker meinen, dass die tragischen Ereignisse zu Beginn des vorigen Jahrhunderts ihre Ursachen in den Rivalitäten der Großmächte im Süden des Kontinents gehabt haben. So wurde die "armenische Frage" bereits im Juli 1878 auf dem Berliner Kongress aufgeworfen, der die Folgen des russisch-türkischen Krieges 1877/78 regelte.

    Zu Beginn des Ersten Weltkrieges, im Jahre 1914, konnten die Großmächte noch immer kein Einvernehmen in der armenischen Frage erzielen. Da das Kriegsglück an der kaukasischen Front im Jahre 1915 den russischen Truppen hold war, entschlossen sich die Jungtürken zu ethnischen Säuberungen in Westarmenien, und zwar im Glauben, die Armenier würden mit den russischen Truppen als Befreier sympathisieren.

    Nach Erhebungen armenischer Historiker wurden in den Jahren 1915 - 1923 ungefähr 1,5 Millionen Armenier ermordet sowie 60 Städte und 2500 Ortschaften ausgeraubt und niedergebrannt. Später gingen die ethnisch gesäuberten Gebiete Westarmenies in den Bestand der Türkei über.

    Die historische Tatsache des Genozids an den Armeniern ist von vielen Parlamenten der Welt anerkannt worden.

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