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    "Gazeta.Ru": Russland will sein Image aufpolieren

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    MOSKAU, 03. Mai (RIA Novosti). Die Administration des russischen Präsidenten hat die namhafte amerikanische PR-Agentur Ketchum angeheuert, um Russlands Image im Vorfeld des G8-Gipfels in Sankt Petersburg aufzupolieren, schreibt die Internetzeitung "Gazeta.Ru".

    Der Kreml hofft darauf, dass die helfen könnte, negative Medienbeiträge im Westen zu verhindern. Nach Ansicht von Vertretern der Präsidentenadministration legt der Westen manchmal Ereignisse, die mit Russland verbunden sind, falsch aus - etwa den Vorfall zwischen Gasprom und der Ukraine. "Wir haben damals unseren Standpunkt dargelegt, wurden aber nicht gehört", stellt Dmitri Peskow, stellvertretender Pressesekretär des Präsidenten Russlands, fest. "Es wäre wahrscheinlich anders gekommen, hätten wir damals mit einer großen PR-Gesellschaft zusammengearbeitet."

    Profis sind von der Wahl des Kremls überrascht. "Ketchum ist zwar ganz bestimmt eine große und namhafte Gesellschaft, sie ist aber eher für ihre Business-PR-Aktivitäten bekannt", meint Jewgeni Kusnezow, Direktor für Sonderprojekte der russischen PR-Gesellschaft Imageland. "Zugleich sehe ich hier keinen prinzipiellen Unterschied. In technologischer Hinsicht ist es ähnlich - schließlich geht es nicht um Wahlen."

    Nach seiner Ansicht ist es für Russland längst an der Zeit, sich mit PR-Aktivitäten zu befassen, dies lässt sich aber nicht von heute auf morgen lösen. "Die Tatsache an sich ist überaus positiv, weil Russland heute auf dem Informationsfeld verliert", führt Kusnezow weiter aus. "Eine wichtige Ursache dafür ist gerade das Ausbleiben einer sachkundigen PR-Unterstützung. Ich bin nicht sicher, dass sich die Situation schnell korrigieren lässt, weil sie stark vernachlässigt wurde."

    "Russland wird nicht deshalb angegriffen, weil es den G8-Vorsitz übernommen hat, sondern weil es offenbar bestimmten westlichen Standards nicht entspricht", so der Experte. "Mit dieser Arbeit muss man sich systematisch und auf strategischer Ebene befassen. Ich bin nicht sicher, dass sich etwas mit einer solchen ‚Feuerwehr'-Aktion korrigieren lässt."

    Inna Alexejewa, PR-Managerin der Bank DeltaCredit, ist der Auffassung, dass Ketchum deshalb gewählt wurde, weil sie eine amerikanische Gesellschaft ist. "Die PR-Aktivitäten im Zusammenhang mit dem G8-Vorsitz sind gerade auf den Westen und in erster Linie auf Amerika gemünzt. Deshalb war es wichtig, gerade Amerikaner anzuheuern", äußert die Expertin.