17:51 23 August 2017
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    In Kiew wird georgischer Wein mit Politik gepanscht

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    MOSKAU, 23. Mai (RIA Novosti). Der Gipfel der GUAM, jener Organisation, in der sich Georgien, die Ukraine, Aserbaidschan und Moldawien zusammengeschlossen haben, geht mit einem Festival des georgischen Weins einher.

    Die Eröffnung des Festivals war die erste Tat des georgischen Präsidenten, Michail Saakaschwili, nach seiner Ankunft in der Hauptstadt der Ukraine.

    Überall in Kiew hängen Reklameschilder aus, die über das Gipfeltreffen informieren und gleichzeitig georgischen Wein anpreisen. "Verkosten Sie den Wein der Freiheit", steht auf der Reklame. Darunter ist ein runder Stempel zu sehen: "Verboten in Russland".

    "Sehr gut ausgedacht", lobte Michail Saakaschwili, als seine Kolonne auf dem Weg vom Flughafen an einem der Werbeträger anhielt. Und er fügte hinzu: "So eine Werbekampagne werden wir nicht nur in der Ukraine machen, sondern in ganz Europa, vor allem in den baltischen Ländern, aber auch in Asien."

    Das ist der neue PR-Gag Georgiens, nachdem der Verkauf georgischer Weine wegen des erhöhten Gehalts an Pestiziden und Schwermetallen am 27. März in Russland verboten worden war. Noch vor kurzem ist georgischer Wein zu 80 Prozent in Russland an den Mann gebracht worden.

    "Die Herrscher Russlands haben bis in die jüngste Zeit georgische Weine genossen. Doch dass sie Pestizide enthalten, kam erst jetzt ans Tageslicht, wo unser Land die Verhandlungen über die NATO-Mitgliedschaft aufgenommen hat", erklärte Michail Saakaschwili vor zwei Wochen aus Anlass der internationalen Messe "Tage des Weines 2006" in der litauischen Hauptstadt Vilnius. Er unterstrich, dass der einfache Russe auch weiterhin Georgien und die Georgier möge. Doch plötzlich hätten einige Politiker nicht nur dem georgischen Wein ihre Wertschätzung entzogen, sondern Georgien und den Georgiern insgesamt.

    In der UdSSR und in Russland standen georgische Weine in der Tat immer hoch im Kurs. Auch jetzt noch werden sie geschätzt. Beim Moskauer Weinausscheid im April hatte der "Kagor" eine Goldmedaille geholt. "Saperawi" war mit Silber ausgezeichnet worden. Weitere Sorten sicherten sich Bronze.

    Dass gewöhnliche Sorten, die nach Russland geliefert werden, minderer Qualität sind, mussten selbst die georgischen Behörden einräumen. So ließ Verteidigungsminister Irakli Okruaschwili, dem aufgetragen worden war, georgische Weine auf neuen Märkten anzupreisen, wissen, dass die meisten Winzer seines Landes ihren Wein in Russland abgesetzt haben, weil sie sich wegen ihrer zweifelhaften Qualität in Europa nicht verkaufen lassen. Präsident Saakaschwili selbst ließ seine Minister gepanschte Weine verkosten und forderte eine Verschärfung der Qualitätskontrolle.

    Was die zunehmende Konfrontation zwischen Georgien und Russland wie die Ankündigung der Georgier, sie würden demnächst der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten den Rücken kehren, angeht, so sagte der bekannte russische Ökonom Ruslan Grinberg in einem Interview mit RIA Novosti, ein solcher Schritt kann sehr schwerwiegende wirtschaftliche und soziale Folgen für Georgien haben.

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