12:46 16 Oktober 2018
SNA Radio
    Politik

    "Rossijskaja Gaseta": Energiedialog Russland-EU - Gespräch eines Tauben mit einem Stummen

    Politik
    Zum Kurzlink
    0 02
    MOSKAU, 26. Mai (RIA Novosti). Die jetzigen Verhandlungen zwischen Russland und der Europäischen Union über die Energiewirtschaft erinnern an ein Gespräch zwischen einem Tauben und einem Stummen, schreibt der deutsche Politologe Alexander Rahr am Freitag in der "Rossijskaja Gaseta".

    Einerseits bietet die EU Moskau einen engen Rahmen im Energiebereich, der nur für die Interessen der Abnehmerländer günstig ist. Russland versucht indessen, seine Interessen als Lieferant zu verteidigen. Ein Tauziehen ist im Gange. Die ablehnende Haltung der Europäer zu einer Kooperation mit Moskau ist mit der Angst Brüssels vor einer Energieabhängigkeit von Russland zu erklären.

    Putins Angebot, die Energieressourcen Sibiriens gemeinsam mit der EU mit dem technologisch höher entwickelten EU-Raum zu verbinden, blieb in der Luft hängen. Es entsteht der Eindruck, dass die EU diese einmalige historische Chance nicht wahrnehmen will, stellt der Direktor für Russland- und GUS-Programme des Deutschen Rates für Außenpolitik fest. Die einzige Ausnahme bleibt Deutschland, das beim jüngsten Gipfel in Tomsk wichtige Vereinbarungen im Energiebereich erzielt hat.

    Die EU fordert von Russland, es soll die europäischen Standards in der Wirtschaft und im Rechtssystem übernehmen und eine zivile Gesellschaft entwickeln. Der Westen möchte Moskau als einen Partner im Rahmen seiner Nachbarschaftspolitik betrachten. Damit wird Russland vom Niveau der europäischen Staaten auf die Stufe der Länder wie Algerien, Ägypten oder Marokko herabgesetzt. Als ob Russland nicht in Europa liegt, sondern lediglich damit benachbart ist. Natürlich kann sich Russland damit nicht zufrieden geben.

    Dieses Problem wird weiter bestehen, solange die Europäer Angst davor haben, dass Russland von den demokratischen Prinzipien abweicht. Die EU will keine Abhängigkeit im Energiebereich von einem undemokratischen Land. Deshalb hält es die EU für notwendig, Russland zu einer Europäisierung zu bewegen. Es ist an der Zeit für eine der beiden Seiten, ihre Positionen aufzugeben. Ein Kompromiss ist notwendig. Dieser muss aber ausgehend von rein pragmatischen Positionen gefunden werden.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren