05:14 24 August 2017
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    Experte: Keine Chancen mehr für Nahost-Friedensprozess

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    MOSKAU, 14. Juli (RIA Novosti). Die Aussichten für eine friedliche Regelung der Situation im Nahen Osten sind verschwindend gering.

    Diese Meinung vertrat Sergej Osnobischtschew, Direktor des Institutes für strategische Einschätzungen und Analyse, in einem Interview für RIA Novosti.

    Ihm zufolge kann über den Friedensprozess in der Region ein Kreuz gemacht werden.

    Mit dem Machtantritt der Hamas-Führung habe sich die Situation noch mehr verkompliziert, konstatierte der Experte.

    "Ein Paradoxon unserer Zeit besteht darin, dass rein terroristische Organisationen auf demokratischem Wege zur Macht gelangen. Als Hamas an die Macht kam, wurden die Perspektiven der Überwindung der Nahost-Krise noch ungewisser, ja sogar negativer, als früher", sagte Osnobischtschew.

    In letzter Zeit hätten sich nicht nur die Beziehungen zwischen den Israelis und den Palästinensern, sondern auch unter den Arabern, darunter zwischen Hamas und der mäßigen Fath und weiteren Bewegungen und Organisationen zugespitzt, deren Zahl sich nicht verringere, so Osnobischtschew.

    "Jede davon strebt sein eigenes Ziel an, hat eigene Nuancen, und es gibt wie bislang kein Einvernehmen zwischen ihnen."

    Dem Forscher zufolge läuft Israels Taktik darauf hinaus, auf jedes Opfer und jeden Gewaltakt mit Gewalt, oft in einem größeren Maßstab, zu reagieren.

    "Diese Vendetta erschwert nur die Situation. Es kann sich schon keiner mehr daran erinnern, wer sich an wem und wofür rächen soll, doch die Rachemaschinerie läuft auf vollen Touren weiter. Daher sind die Aussichten für eine Wandlung und Regelung jetzt weitaus unklarer, als früher", sagte Osnobischtschew.

    Nach Ansicht des Experten wird sich die Situation höchstwahrscheinlich noch mehr zuspitzen. "Die Eskalation der Gewalt wird andauern, solange sie keinen kritischen Punkt erreicht. Erst dann werden sich die Konfliktteilnehmer möglicherweise besinnen und ihre Verhandlungen wieder aufnehmen und versuchen, diese Maschinerie zu stoppen", sagte der Experte.

    "Heute ist so etwas nicht vorauszusehen. Die Seiten sind in die politischen Auseinandersetzungen und Gewaltaktionen derart hineingerissen, dass sie kaum aufgehalten werden können. Deshalb sehe ich kein Licht in diesem Tunnel", resümierte Osnobischtschew.

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