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    Wer lebt in Russland?

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    Im 20. Jahrhundert durchlebte Russland vier demographische Krisen: der Erste Weltkrieg und der Bürgerkrieg (1915-1922), die Repressalien der 1930er Jahre, der Große Vaterländische Krieg gegen den Hitlerfaschismus (1941-1945), der Zerfall der UdSSR und die Umwandlungen in den 1990er Jahren.

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    Der Anteil Russlands an der Weltbevölkerung macht 2,7 Prozent aus. Bei der Einwohnerzahl belegt Russland den siebenten Platz nach China, Indien, den USA, Indonesien, Brasilien und Pakistan. Die Einwohnerzahl des europäischen Teils Russlands beträgt 18 Prozent der Bevölkerung Europas und die des asiatischen Teils lediglich ein Prozent der Bevölkerung Asiens. 78 Prozent der Bevölkerung Russlands leben im europäischen Teil des Landes.

    Die Bevölkerungsdichte in Russland ist niedriger als in den europäischen Ländern. Wenn sie in Europa im Durchschnitt 70 bis 300 Menschen je Quadratkilometer beträgt, so sind es in Russland 8,5 Menschen je Quadratkilometer.

    Das Hauptprinzip der Bevölkerungsverteilung auf dem Territorium Russlands ist die Konzentration von Einwohnern um Orte, wo Ressourcen und Betriebe für deren Verarbeitung konzentriert sind. Russland ist an agroklimatischen Ressourcen relativ arm, aber an Bodenschätzen reich.

    In Russland leben 73 Prozent der Bevölkerung in den Städten (davon gibt es mehr als 1000) und in den stadtähnlichen Siedlungen (etwa 2000). Es werden 13 Millionenstädte gezählt (Moskau, Sankt Petersburg, Nowosibirsk, Nischni Nowgorod, Jekaterinburg, Samara, Omsk, Kasan, Ufa, Tscheljabinsk, Perm, Rostow am Don und Wolgograd). In diesen Städten lebt ein Drittel der Bevölkerung des Landes. 20 Städte haben Einwohnerzahlen von 500 000 bis eine Million. Moskau gehört zu den zwanzig größten Städten der Welt.

    Über 60 Prozent der Bevölkerung Russlands sind in drei föderalen Bezirken konzentriert: im Zentralen föderalen Bezirk (26 Prozent), im föderalen Wolgabezirk (22 Prozent) und im Südlichen föderalen Bezirk (16 Prozent). Zahlenmäßig klein ist der Fernöstliche föderale Bezirk (4,6 Prozent der Bevölkerung).

    Der Hauptteil der Bevölkerung (80 Prozent) sind Russen.

    DEMOGRAPHIE

    Die ersten Angaben über die Bevölkerungszahl in Russland erschienen Anfang des 18. Jahrhunderts. Um das Jahr 1745 betrug die Bevölkerungszahl höchstens 15,4 Millionen. Gegen das Jahr 1800 nahm sie auf 26,7 Millionen, das Jahr 1850 auf 42,4 Millionen und das Jahr 1900 auf 71,1 Millionen zu.

    Im 20. Jahrhundert durchlebte Russland vier demographische Krisen (Perioden eines katastrophalen Rückgangs der Geburtenzahl bei einer hohen Sterblichkeit): der Erste Weltkrieg und der Bürgerkrieg (1915-1922), die Repressalien in den 1930er Jahren, der Große Vaterländische Krieg gegen den Hitlerfaschismus (1941-1945), der Zerfall der UdSSR und die durchgreifenden Wirtschaftsreformen in den 1990er Jahren.

    Nach den ersten drei Krisen gelang es, im Land die Bevölkerungszahl wiederherzustellen. Nach 1945 erfolgte in der UdSSR ein Ausbruch des natürlichen Zuwachses. Innerhalb von zehn Jahren erreichte die Bevölkerungszahl des Landes das Vorkriegsniveau. Ein relativ geringes Wachstum der Geburtenzahl war Mitte der 1980er Jahre zu beobachten. Aber schon einige Jahre später brach eine neue demographische Krise aus.

    Heute sind Familien mit einem Kind (50 Prozent) und mit zwei Kindern (etwa 40 Prozent) besonders verbreitet. Familien, die drei und mehr Kinder haben, gelten als kinderreich (zehn Prozent).

    Laut der Volkszählung von 2002 betrug die Wohnbevölkerung Russlands 145,3 Millionen Menschen.

    Am 1. Januar 2006 belief sie sich auf 142,7 Millionen Menschen.

    Nach Meinung von Experten kann die Bevölkerungszahl des Landes um das Jahr 2030 auf 120 Millionen und ungefähr gegen das Jahr 2075 auf 80 Millionen zurückgehen, sollte sich die Situation nicht ändern.

    Die Sterblichkeit übersteigt die Geburtenzahl im Landesdurchschnitt um 60 bis 80 Prozent und in einzelnen Regionen um 100 bis 200 Prozent.

    Die arbeitsfähige Bevölkerung macht heute 62,4 Prozent aus.

    Die mittlere Lebensdauer betrug in den 1980er Jahren 70,3 Jahre. Nach den Reformen in den 1990er Jahren ging sie auf 64,8 Jahre (2002) zurück. Bei der Lebensdauer der Männer (59 Jahre) nimmt Russland den 136. Platz in der Welt ein. Bei den Frauen beträgt die mittlere Lebensdauer 72 Jahre (91. Platz in der Welt).

    Die meisten Tode erfolgen an Herz- und Kreislauferkrankungen (56,7 Prozent). Den zweiten Platz nehmen Verletzungen und Unglücksfälle (14,3 Prozent) ein. Die onkologischen Erkrankungen (12,4 Prozent) belegen den dritten Platz.

    SPRACHEN

    Die Staatssprache in der Russischen Föderation ist Russisch.

    In der Russischen Föderation gibt es etwa 100 Sprachen, die zu den indoeuropäischen Sprachen gehören. Darunter die Sprachen einer Vielzahl von Gruppen: der slawischen, der iranischen, der deutschen (Jiddisch), der indischen (Zigeunerisch), der altaiischen, der tungusisch-mandschurischen, der uralischen, der tschuktscho-kamtschadalischen, der jenissejischen und der nordkaukasischen Gruppe. Dabei haben Jiddisch, Zigeunerisch und einige andere Sprachen kein kompaktes Verbreitungsterritorium.

    In der Russischen Föderation sind auch Sprachen anderer Staaten im Umlauf: Ukrainisch, Weißrussisch, Kasachisch, Kirgisisch, Aserbaidschanisch, Deutsch, Lettisch, Bulgarisch, Finnisch, Estnisch, Armenisch, Georgisch, Griechisch und viele andere.

    In den letzten Jahren verweisen die Sprachwissenschaftler auf das Absterben der Sprachen einer Reihe von zahlenmäßig nicht großen Völkern (zum Beispiel der Aleuten und Oroken), deren Zahl nach der Volkszählung von 2002 entsprechend 600 und 400 Menschen ausmacht, sowie auf zunehmende Entlehnungen aus der russischen Sprache in den nationalen Sprachen der Russischen Föderation. Diese Entlehnungen beziehen sich auf Politik, Wissenschaft, Kultur und Umgangssprache.

    Obwohl Russisch die Staatssprache ist, wurde in den meisten Republiken der Russischen Föderation das Prinzip der Zweisprachigkeit (Burjatien, Inguschetien, Kalmykien und Nordossetien) oder der Mehrsprachigkeit (Dagestan und Mordwinien) durchgesetzt. Alle Schriftsprachen werden in der Schule unterrichtet.

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