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    "Nowyje Iswestija": Warum verzichtet Kadyrow junior auf Präsidentschaft in Tschetschenien?

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    MOSKAU, 15. August (RIA Novosti). Der tschetschenische Regierungschef Ramsan Kadyrow hat am Montag erklärt, er sei nicht bereit, Präsident der Republik zu werden und "träumt" sogar davon, "sich von der Politik zu verabschieden".

    Nach Ansicht von Experten könnte hinter diesen Äußerungen die Entscheidung des Kremls stehen, sich noch etwas Zeit zu lassen, Kadyrow zum Präsidenten Tschetscheniens zu machen, schreibt die "Nowyje Iswestija" am Dienstag.

    Wie die Zeitung erfuhr, ging es bei einem Treffen Kadyrows mit Russlands Präsident Wladimir Putin am vergangenen Mittwoch um einen vorübergehenden Verzicht Ramsans auf seine Präsidentenambitionen. Im Austausch dafür bekam er eine für die Republik wichtige Entscheidung über den Abzug eines Teils der Föderationsstreitkräfte aus Tschetschenien in den Jahren 2007 und 2008. Zusätzlich zeichnete Wladimir Putin Kadyrow am selben Tag mit dem "Verdienstorden" 4. Grades aus.

    Die politische Konkurrenz zwischen dem jetzigen tschetschenischen Präsidenten Alu Alchanow und dem Regierungschef läuft bereits seit vielen Monaten. Nach Ansicht von Alexej Muchin, Generaldirektor des Zentrums für politische Information, "will Alchanow den Posten des tschetschenischen Präsidenten behalten, während Kadyrow nach diesem Posten trachtet". "Kadyrows Erklärung über sein Ausscheiden aus der Politik ist eher ein taktischer Schachzug, um die Aufmerksamkeit von seinen Ambitionen abzulenken".

    Der unabhängige Abgeordnete Wladimir Ryschkow bezeichnete Kadyrows Erklärung als ein "politisches Spiel, das berufen ist, die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken und den Präsidenten Russlands zu einer Entscheidung zu seinem Gunsten zu bewegen".

    Nach Meinung einiger Experten haben die Föderationsbehörden am tschetschenischen Premier inzwischen einiges auszusetzen. "Zweifellos kann man davon sprechen, dass dem russischen Präsidenten nicht alles an Kadyrow gefällt, vorerst ist aber keine Alternative für ihn in Sicht", meint Alexej Malaschenko, Experte des Moskauer Carnegie-Zentrums. "Kadyrow will sich nicht von Moskau kontrollieren lassen, höchstens von Präsident Putin persönlich." Nach seiner Ansicht "sollte man nicht glauben, dass Kadyrow noch in diesem Jahr Präsident wird".

    "Kadyrow könnte eine leitende Position in Moskau übernehmen", meint Alexej Mitrofanow, Staatsduma-Abgeordneter von der Liberaldemokratischen Partei. "Oder sogar für Russlands Präsidentschaft kandidieren. Er könnte Stimmen der moslemischen Bevölkerung bekommen. Wir haben bei uns 15 bis 17 Millionen Moslems, was gar nicht so wenig ist, wenn diese geschlossen stimmen würden."

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