06:14 25 September 2017
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    "Kommersant": Putin könnte Friedenssoldaten in den Libanon entsenden

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    MOSKAU, 25. August (RIA Novosti). Schon in den nächsten Tagen kann im Kreml eine Entscheidung über die Entsendung eines russischen Friedenskontingents in den Libanon getroffen werden, schreibt die Tageszeitung "Kommersant" am Freitag.

    Damit will Moskau auf die Ausfälle Georgiens und Moldawiens reagieren, die russischen Friedenskräfte seien uneffektiv. Außerdem könnte damit Russland ein großes Ansehen in der islamischen Welt erwerben. Viele Moskau-Partner im Orient können sich eine Entsendung muslimischer Einheiten aus Tschetschenien vorstellen.

    Wie es im Verteidigungsministerium Russlands hieß, sei zur Entsendung russischer Friedenskräfte in den Libanon nahezu alles bereit: "Russlands Teilnahme an dieser Operation ist möglich und sogar wahrscheinlich." Die in diesem Jahr gebildete erste Friedensbrigade von mehr als 2 000 Mann stehe in der Stadt Samara bereit.

    "Eine Teilnahme unserer Jungs aus den Bataillons ,West' und ,Ost' des Verteidigungsministeriums an der Friedensmission im Libanon wäre durchaus angebracht", sagte Said-Magomed Issarajew, Pressesekretär des tschetschenischen Präsidenten Alu Alchanow. "Die tschetschenischen Soldaten, die einen Krieg hinter sich haben, wissen den Frieden zu schätzen und werden sich deshalb bemühen, weitere Zusammenstöße zwischen den in den Konflikt verwickelten Seiten zu verhindern."

    Nicht weniger enthusiastisch reagierte auch Tschetscheniens Premier Ramsan Kadyrow am Donnerstag auf eine mögliche Entsendung tschetschenischer Einheiten in den Libanon. Wie er beteuerte, werde ein entsprechender Befehl des Oberbefehlshabers "jederzeit erfüllt".

    Die Einstellung von Michail Margelow, Chef des auswärtigen Ausschusses des Föderationsrates, zu dieser Idee ist dagegen negativ: "Russland sollte sich auf die Entsendung von Hilfsgütern beschränken und keine ,Blauhelme' dorthin entsenden", sagte er. "Deutschland kann beispielsweise keine Soldaten in den Libanon entsenden, weil die Deutschen während des Zweiten Weltkrieges viele Juden getötet haben. Wir können aber unsere Militärs nicht dorthin entsenden, weil der russische Soldat niemals auf Araber oder Juden geschossen hat. Die Lage dort ist aber dermaßen akut, dass es dazu durchaus kommen könnte."