18:48 25 September 2017
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    "Bisnes": Russlands Beamte wollen chinesische Kfz-Expansion nach Russland verhindern

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    MOSKAU, 25. August (RIA Novosti). Die Pläne chinesischer Unternehmer, Autowerke in Russland zu bauen, mussten zwar vorerst aus verschiedenen Gründen scheitern, dahinter ist aber eine deutliche Tendenz zu sehen, keine chinesischen Autoproduzenten hineinzulassen, schreibt die Wirtschaftszeitung "Bisnes" am Freitag.

    Die chinesischen Unternehmen FAW, Chery und Great Wall haben im zurückliegenden Jahr ihre Pläne angekündigt, Betriebe in Russland zu eröffnen, keine davon konnte aber zu einer Realisierung dieser Pläne übergehen.

    "Die Misserfolge der Chinesen sind höchstwahrscheinlich mit einer inoffiziellen Protektionismuspolitik der russischen Kfz-Industrie verbunden", sagt Maxim Iwanow, Analyst der Investmentgesellschaft Centrinvest. "Die Regierung ist sich dessen bewusst, dass die chinesischen Autos eine reale Marktbedrohung für die russischen Autos darstellen. Deshalb finden die Beamten Gründe, um die Realisierung der gemeinsamen Projekte mit den Chinesen zu behindern."

    Natalja Kotscheschkowa aus der Investmentgesellschaft Finam ist der Ansicht, dass die gegen die chinesische Expansion gerichtete Politik nicht nur in der Kfz-Industrie, sondern auch in der Forstwirtschaft und in der Lebensmittelindustrie zu verzeichnen ist. "Die Chinesen sind in Russland wahrscheinlich deshalb nicht gern gesehen, weil das erwirtschaftete Geld im Endeffekt in die chinesische Wirtschaft investiert wird, womit eine Kapitalflucht entsteht, während die mit der Gründung eines Unternehmens und der Schaffung von Arbeitsplätzen verbundenen wirtschaftlichen Vorteile einen kurzfristigen Charakter haben", stellt die Expertin fest.

    Maxim Iwanow räumt allerdings ein, dass die Vorwürfe an die Qualität der chinesischen Autos ebenfalls begründet sind. Diese Meinung teilt auch Jewgeni Schago, Analyst des Unternehmens Region. Eine potentielle Nachfrage nach chinesischen Autos kann nur bei einem niedrigen Verkaufspreis bestehen, betont er. "Vorerst wird ihnen keine Möglichkeit geboten, Zulieferteile zollfrei nach Russland einzuführen, womit auch das Streben der Chinesen gebremst wird, ein Autowerk in Russland zu bauen", so der Experte. "Die Montageproduktion wird nämlich nur unter dieser Voraussetzung effektiv sein."

    Eine mögliche Lösung für die Chinesen wäre die Gründung von Joint Ventures mit einem russischen Produzenten. "Solche Versuche hat es zwar gegeben, merkwürdigerweise setzen aber die Chinesen dabei auf zweitrangige Unternehmen, statt Kontakte beispielsweise zu einer Gesellschaft wie Severstal-Avto herzustellen", sagt sie.

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