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    Was denkt Russlands Wähler über möglichen Nachfolger Putins? - Umfrage

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    Die Wünsche und die Erwartungen der russischen Gesellschaft hinsichtlich eines Nachfolgers für Präsident Wladimir Putin gehen radikal auseinander.

    MOSKAU, 25. August (RIA Novosti). Die Wünsche und die Erwartungen der russischen Gesellschaft hinsichtlich eines Nachfolgers für Präsident Wladimir Putin gehen radikal auseinander.

    Auf dieses Problem geht der namhafte Soziologe Juri Lewada, Chef des Meinungsforschungsinstituts "Lewada-Zentr", in der Tageszeitung "Kommersant" ein.

    Wie er feststellt, wird die Öffentlichkeit in letzter Zeit zu Diskussionen mit ausgesprochen gekünstelten Themen verleitet, wie etwa eine Wahl zwischen "Putin" (seine 3. Amtszeit hintereinander, die Russlands Verfassung verbietet), einem "anderen Putin" (einem von Putin ernannten Nachfolger) und einem "Nicht-Putin" (Opponenten des Präsidenten).

    Wie die jüngste Umfrage des Lewada-Zentrums zeigt, nimmt rund ein Drittel der Befragten einen Nachfolger aus der engsten Umgebung Putins als selbstverständlich auf. 55 Prozent sind der Auffassung, dass sich Putins Wahl auf diesen Kreis auch beschränken wird. Elf Prozent sind der Ansicht, dass der Nachfolger aus unabhängigen Politikern gewählt werden sollte. Darauf hoffen allerdings höchstens zwei Prozent der Befragten.

    Eine ähnliche sozialpolitische Situation lässt sich in der russischen, aber auch in der internationalen Praxis schwer finden, so Lewada. In der UdSSR waren in erster Linie die regionalen Parteichefs die Kaderreserve für die höchste Führungsebene (so sind Chruschtschow, Breschnew und Andropow an die Macht gekommen). Im Westen treten am häufigsten regionale Politiker (Gouverneure und Bürgermeister großer Städte) sowie markante Parlaments- bzw. Parteipolitiker in die vorderen Reihen. Im heutigen Russland lässt sich aber ein solcher Weg nicht einmal vorstellen.

    Was Kriterien für die Wahl eines konkreten Kandidaten durch Wladimir Putin angeht, so gehen die Wünsche der Massen und die Vorstellungen davon, wie der Staatschef in Wirklichkeit handeln wird, radikal auseinander. In der öffentlichen Meinung sind die moralischen Eigenschaften eines Kandidaten die Hauptkriterien bei der Wahl eines Nachfolgers (von 51 Prozent genannt), von Präsident Putin erwarten aber nur 24 Prozent, dass er sich von diesen Kriterien würde leiten lassen.

    Ungefähr genauso groß ist auch der Abstand zwischen den Wünschen und den Erwartungen zu solchen Punkten wie die Führungsfähigkeiten des Nachfolgers (31 Prozent betrachten es als wichtig und nur 15 Prozent meinen, dass Putin dieses Kriterium berücksichtigen wird) oder der Respekt der Bevölkerung gegenüber der jeweiligen Person (38 bzw. 17 Prozent).

    29 Prozent sind der Auffassung, dass Putin davon ausgehen wird, wie nahe der Kandidat zu ihm steht. Nur fünf Prozent der Befragten denken dabei, dass man sich von diesem Kriterium wirklich leiten lassen sollte.

    Die Bereitschaft der Massen, Putins Wahl zu akzeptieren, bedeutet noch nicht, dass die Kriterien für diese Wahl akzeptiert werden, so Lewada. "Die Wenn und Aber sowie die Zweifel, von denen das Resultat der Wahl an der Spitze begleitet wird, das die russischen Wähler akzeptieren müssen, wird die Qualität der gesellschaftlichen Unterstützung des Nachfolgers und dessen Umgebung für eine lange Zeit im Voraus bestimmen", meint der Experte.

    Die Wahlen im März 2008 werden nach seiner Ansicht höchstwahrscheinlich keine großen Überraschungen bringen. "Genauso klar ist aber, dass diese Prozedur nur ein Moment in der Vorbereitung unvermeidbarer und herangereifter Veränderungen von großem sozialhistorischem Maßstab sind", sagt Lewada. "In solchen Situationen war eine Wahl des Nachfolgers aus dem engen Kreis nur bis zu einem Zeitpunkt von Bedeutung, solange die Ressourcen des Vertrauens, der Hoffnung und der Geduld nicht ausgeschöpft sind."

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