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    Russisch-orthodoxe Kirche beim WCPR-Forum in Japan

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    MOSKAU, 25. August (RIA Novosti). Eine von Erzbischof Feofan von Berlin und Deutschland geleitete Delegation der Russisch-orthodoxen Kirche nimmt an der 8. Weltkonferenz der Religionen für den Frieden (WCPR) teil. Die Konferenz findet am 26. - 29. August im japanischen Kyoto statt.

    "Die Weltkonferenz der Religionen für den Frieden ist die größte religiöse Organisation mit friedensdienlichen Zielen der Welt, sie vereinigt zahlreiche religiöse Diözesen aus verschiedenen Ländern. Das Hauptquartier der WCPR befindet sich in New York", berichtete Oberpriester Wsewolod Tschaplin, Delegationsmitglied und stellvertretender Vorsitzender der Abteilung Auswärtige Kirchenbeziehungen im Moskauer Patriarchat, in einem Interview für die RIA Novosti.

    Wie er sagte, haben vor der Sitzung in Kyoto bereits zwei religiöse Konferenzen - eine Jugend- und eine Frauenkonferenz - begonnen. Daran beteiligen sich auch Vertreter der Russisch-orthodoxen Kirche, diesmal Jelena Speranskaja und Georgi Roschtschin.

    Die Ergebnisse dieser Treffen sollen auf der Weltkonferenz im Rahmen der Festlegung der Prioritäten und Perspektiven in der WCPR geprüft werden.

    "Geplant ist unter anderem die Schaffung eines Weltnetzes der gläubigen Frauen", sagte Tschaplin. Und weiter: "In den Plenarsitzungen werden vermutlich Fragen der kollektiven Sicherheit der Angehörigen der verschiedenen Religionen erörtert. Die Überwindung von Konflikten, Dienst am Frieden und beständige Entwicklung: Auf diese Weise sehen wir den Weg zur Erreichung dieses Ziels."

    Eine der wichtigsten Aufgaben der bevorstehenden Konferenz wird seinen Angaben nach "die Erörterung von Modellen der interreligiösen Arbeit zur Überwindung von Konflikten" sein.

    "Zur Erörterung wird das Problem der Beilegung von regionalen Konflikten kommen. Und natürlich wird die Nahostsituation eines der Hauptthemen sein", betonte der Vertreter des Moskauer Patriarchats.

    Er hob hervor, dass unter den bestehenden Bedingungen schon allein die Tatsache des Treffens von kirchlichen Würdenträgern, die befeindete Seiten vertreten, von Wichtigkeit sei.

    "Auf Initiative der WCPR ist in Bosnien und in Albanien nach den dramatischen Ereignissen auf dem Balkan ein interreligiöser Dialog im Gange, wird eine Vermittlermission zwischen den feindlichen Seiten in Sierra Leone (Afrika) ausgeübt und eine interreligiöse Zusammenarbeit im Irak angebahnt", sagte Tschaplin.

    Die Teilnehmer der bevorstehenden Konferenz werden vermutlich auch die Situation in Darfur (Sudan) und Probleme des Aufbaus eines friedlichen Lebens an anderen "heißen Punkten" des Erdballs berühren. "Viel Aufmerksamkeit soll den Fragen der Unterstützung für die interreligiösen Räte in verschiedenen Ländern gewidmet werden. Der Interreligöse Rat von Russland und der Interreligiöse Rat der GUS sind affilierte Organisationen der WCPR", betonte der Gesprächspartner der RIA Novosti.

    Zugleich wird die Konferenz, die höchstens einmal in fünf Jahren zusammenkommt, in beträchtlichem Grade den Charakter einer "Wahlberichtsversammlung" tragen. Ihre Teilnehmer werden neue leitende Organe der WCPR wählen, darunter das Verwaltungskollegium beziehungsweise den Vorstand (Governing Board) mit 34 Mitgliedern.

    Zu ihnen gehören: Metropolit Kirill von Smolensk und Kaliningrad; Erzbischof Godfried Kardinal Danneels von Mechelen-Brüssel; Lord Carey, ehemaliger Erzbischof von Canterbury; Professor Hans Küng; Professor Norbert Klaes; Ajatollah Seyed Mostafa; der Leiter der Muhammadiyah-Bewegung Dr. Ahmad Syafii Maarif aus Indonesien und der Leiter der europäischen WCPR-Abteilung Jehangir Sarosh.

    Der Moderator der WCPR ist Prinz El Hassan bin Talal von Jordanien, der Vizemoderator Leonid Kishkovsky, Vertreter der orthodoxen Kirche in Amerika. Generalsekretär ist seit 1994 Dr. William F. Vendley aus den USA.

    Zur Weltkonferenz werden insgesamt etwa 1 000 Personen von allen Kontinenten kommen. Die Russisch-orthodoxe Kirche nimmt an der Tätigkeit der Weltkonferenz der Religionen für den Frieden seit 1970, seit dem Moment ihrer Gründung, teil und gehört sogar zu ihren Begründern.

    Die wichtigsten Richtungen der Tätigkeit der WCPR sind: Überwindung der bewaffneten Konflikte in den Krisengebieten von Europa, Asien und Afrika, Anbahnung des friedlichen Lebens dort, wo Krieg geführt wurde, Abwendung von humanitären Katastrophen sowie Kampf gegen die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen, Hunger, Aids und Seuchen, besonders auf dem afrikanischen Kontinent. Die Führer der konfessionellen Diözesen setzen außerdem der Eskalation der Gewalt und den Versuchen Widerstand entgegen, die Religion zur Rechtfertigung des Terrorismus zu benutzen.

    Beim Forum in Kyoto wird der Delegationsleiter Erzbischof Feofan von Berlin und Deutschland eine Botschaft des Patriarchen Alexi II. von Moskau und ganz Russland verlesen.

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