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    "Wremja Nowostej": Ein Etat ohne Öleinnahmen für Russland kaum brauchbar

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    MOSKAU, 04. September (RIA Novosti). Russlands Finanzminister Alexej Kudrin ist der Meinung, dass Russland eine von den Öleinnahmen bereinigte Haushaltsbilanz braucht. Nach Ansicht von Experten ist aber diese an und für sich logische Idee kaum realisierbar, schreibt die Tageszeitung "Wremja Nowostej" am Montag.

    Wie der Ölgeld-Regen gebraucht werden könnte - mit diesem Problem befassen sich Wirtschaftsexperten, Politiker und Beamte.

    "Es geht nicht darum, dass nur das ausgegeben wird, was außerhalb des Ölsektors erwirtschaftet wurde", sagt Jewgeni Gawrilenkow, Prorektor der Wirtschaftshochschule. "Es geht nur darum, sich dessen bewusst zu werden, dass wir von der Ölmarktkonjunktur abhängig sind, und Verpflichtungen ausgehend von dieser Analyse zu übernehmen." Heute gebe es große Probleme hinsichtlich der Qualität des Gebrauchs von Haushaltsmitteln, in der Perspektive könnte diese Politik in eine Sackgasse führen. "Im Haushalt nächsten Jahres sind die Ausgaben für den ,gesamtstaatlichen Bedarf' praktisch um 50 Prozent angestiegen, was faktisch ein Aufblasen der Bürokratie bedeutet", betonte der Wirtschaftsexperte.

    "Die ausländischen Erfahrungen auf diesem Gebiet werden sehr selektiv angeführt, und zwar nur Norwegen und Kasachstan", sagt Igor Nikolajew, Direktor der Abteilung für strategische Analyse der Gesellschaft FBK. "Zugleich werden die Emirate nicht erwähnt, wo riesige Ölgelder in die Infrastruktur investiert werden." Russland wird noch lange über strategische Rohstoffressourcen verfügen, die äußerst gefragt sind, fügt er hinzu. Sobald Öl und Gas ausgehen werden, werden sie beispielsweise von Süßwasser und Holz ersetzt.

    "Wenn ein von den Ölleinnahmen bereinigter Haushalt gebildet werden soll, bei dem davon ausgegangen wird, dass das Land noch 40 Jahre lang genug Öl und 80 Jahre lang genug Gas haben wird, und das Geld all diese Zeit bloß zurückgelegt wird, so wird man zugeben müssen, dass all diese Bemühungen nur mit dem Ziel unternommen wurden, dieses Geld eines Tages fürs Essen auszugeben. Auf diese Weise wird das Problem der wirtschaftlichen Umstrukturierung in keiner Weise gelöst", sagt Nikolajew. Damit wird die technologische Rückständigkeit konserviert, was den strategischen Prioritäten der wirtschaftlichen Entwicklung nicht entspricht.