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    Tokio fordert von Russland mehr Nachsicht für Fischerboote - Hintergrund

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    MOSKAU, 05. September (RIA Novosti). Rund zwei Wochen nach einem tödlichen Zwischenfall auf See fordert Japan von Russland mehr Nachsicht für japanische Schiffe im Fernen Osten, um bewaffnete Vorfälle zu vermeiden.

    "Japan fordert die russische Seite auf, denkbar vorsichtig vorzugehen, um Beschüsse und Festnahmen unbewaffneter Fischerboote künftig zu vermeiden", heißt es in einer Erklärung des japanischen Außenministeriums.

    Wie RIA Novosti bereits berichtete, waren 39 japanische Schoner am 27. August in russische Hoheitsgewässer im Raum der südlichen Kurilen-Inseln eingedrungen. Die Rufsignale des russischen Grenzschutzes wurden von ihnen mißachtet. Erst als ein russisches Küstenschiff in den Raum vorrückte, ergriffen die Japaner die Flucht.

    Am Tag darauf äußerte das russische Außenministerium gegenüber Japan einen Protest, der von Tokio zurückgewiesen wurde - unter Begründung, der betroffene Seeraum gehöre zu Japan. Später ließ der russische Außenamtssprecher Michail Kamynin wissen, dass die 39 japanischen Schiffe entsprechend einem bilateralen Abkommen von 1981 über Gewinnung von Seekohl gehandelt hatten. Moskau sehe diesen Vorfall als erledigt an, hieß es. Dabei forderte Kamynin Japan erneut auf, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um rechtswidriges Eindringen japanischer Schiffe in russische Hoheitsgewässer zu unterbinden. Japan versprach daraufhin, die Fischer entsprechend zu unterweisen.

    Am 16. August war ein japanischer Schoner von russischen Grenzern in den Territorialgewässern Russlands gestellt worden. Da den Befehlen des Grenzschutzes nicht Folge geleistet und in Richtung japanische Hoheitsgewässer abgedreht wurde, mussten die russischen Grenzpolizisten Warnschüsse abgeben. Dabei wurde eines der vier Besatzungsmitglieder des japanischen Schiffes getötet. Erst dann ließ sich der japanische Schoner in Schlepp nehmen. Gegen den Kapitän des Bootes wurde eine Ermittlung wegen Grenzverletzung und illegalen Fischfanges eingeleitet.

    Am 28. August betonte der russische Außenminister Sergej Lawrow in einem Telefonat mit dem japanischen Spitzendiplomaten Taro Aso, die Verantwortung für den Tod des Fischers liege allein beim Kapitän des japanischen Fischerbootes, der "unter grober Verletzung der russischen Gesetze Fischfang in russischem Hoheitsgewässer betrieben und die Forderungen der Grenzer mißachtet hat".