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    Jewgeni Primakow: Iran verzichtet nicht auf Potential zur Schaffung von Atomwaffen

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    MOSKAU, 05. September (RIA Novosti). Iran will nicht auf ein Potential verzichten, auf dessen Grundlage es im Bedarfsfall Atomwaffen schaffen könnte.

    Diese Auffassung äußerte der Chef der Industrie- und Handelskammer Russlands, Akademiemitglied Jewgeni Primakow, am Dienstag in einem Interview für den Fernsehkanal Russia Today.

    Dem ehemaligen Außenminister und Ex-Premier der russischen Regierung zufolge setzt sich Iran gegenwärtig nicht zum Ziel, Nuklearwaffen zu schaffen.

    Primakow bemerkte zugleich, die Schaffung eines Potentials zum "schnellen Erlangen von Nuklearwaffen" wäre nachteilig und gefährlich.

    Laut Primakow habe Iran formell recht, wenn es auf sein Recht zur Urananreicherung, wie es 60 Staaten hätten, poche.

    "Aber die Erklärungen führender Vertreter Irans, so beispielsweise zur Vernichtung eines Staates, die die Weltöffentlichkeit im Großen und Ganzen nicht gerade begeistern, verleihen keinen Optimismus und stimmen viele gegen den Besitz von Kernwaffen durch Iran", sagte Primakow.

    Wie früher gemeldet, hatte der iranische Staatschef Mahmud Ahmadinedschad im Oktober 2005 auf einer Konferenz zum Thema "Frieden ohne Zionismus" dazu aufgerufen, Israel dem Erdboden gleich zu machen. Anfang Dezember desselben Jahres schlug Ahmadinedschad den Ländern vor, die sich ihrer Schuld für den Tod von Juden im Zweiten Weltkrieg bewusst sind, einen Teil ihrer Territorien für die Verlegung des jüdischen Staates nach Europa zu gewähren und dadurch das palästinensische Problem lösen zu lassen.

    Wie Primakow weiter äußerte, sollten jetzt keine ernsthaften Sanktionen gegen Iran eingeführt werden, weil darin "die Gefahr einer inneren Logik der Entwicklung der Ereignisse, einer Eskalation solcher Sanktionen stecken würde".

    "Es beginnt immer mit Wirtschaftssanktionen, dann wird bei der Gestaltung der Politik zu Gewaltmethoden gegriffen. Aber sie haben auch eine Kehrseite - bisher konnte nicht bestätigt werden, dass Wirtschaftssanktionen die Lösung der Aufgaben fördern, die dabei gestellt werden", sagte Primakow.

    Solche Wirtschaftssanktionen seien "faktisch gegen das Volk gerichtet, aber sie zwingen die Führungsspitze nicht dazu, ihre Politik zu ändern", betonte Primakow.

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