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    RIA Novosti fordert Dementi von tschechischer Zeitung Mlada Fronta Dnes

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    Die "Entlarvung" eines RIA-Novosti-Journalisten durch eine tschechische Zeitung hat sich als gefälscht erwiesen, schreibt die Zeitung Rossijskaja Gaseta am Mittwoch.

    MOSKAU, 18. Oktober (RIA Novosti). Die "Entlarvung" eines RIA-Novosti-Journalisten durch eine tschechische Zeitung hat sich als gefälscht erwiesen, schreibt die Zeitung Rossijskaja Gaseta am Mittwoch.

    "Auf der Jagd nach einer Sensation teilte die tschechische Zeitung Mlada Fronta Dnes (Junge Front heute) ihren Lesern mit, dass in Tschechien ein russischer ,Aufklärer' entlarvt wurde. Nach einer Version tschechischer Journalisten handelt es sich um den RIA-Novosti-Korrespondenten Leonid Swiridow", so die Rossijskaja Gaseta.

    "Aber die Reporter der tschechischen Ausgabe haben anscheinend vergessen zu überprüfen, dass der russische Journalist seit 2003 nicht mehr in Prag, sondern in Warschau arbeitet. So dass sich die Entlarvung unverkennbar als falsch erwies", schreibt die russische Zeitung.

    Die Ehre und Würde Swiridows verteidigt der bekannte Rechtsanwalt Jan Carnogursky, Ex-Premierminister der Slowakei, der die tschechische Ausgabe schon verpflichtet hat, gemäß dem Buchstaben des tschechischen Gesetzes ein Dementi zu veröffentlichen, betont die Zeitung.

    Die Chefredakteurin der Russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti, Swetlana Mironjuk, bezeichnete in ihrem Brief an die Leitung von Mlada Front Dnes die Anschuldigungen Swiridows durch die tschechische Zeitung als absurd.

    "Die Anschuldigungen gegen Leonid Swiridow sind absurd", heißt es in dem Brief, dessen Wortlaut die "Rossijskaja Gaseta" veröffentlicht.

    Die Zeitung Mlada Front Dnes veröffentlichte am 21. September dieses Jahres einen Artikel von Jan Gazdik unter dem Titel "Ein tschechischer Journalist - Opfer eines Spiels der Geheimdienste". "In der Publikation wird behauptet, dass die Verweigerung der Akkreditierung des Vertreters der RIA Novosti in Warschau, Leonid Swiridow, in Tschechien angeblich mit der Ausübung seiner Spionagetätigkeit zusammenhängt und gleichzeitig eine Antwort auf analoge Handlungen der russischen Seite gegenüber dem Korrespondenten des tschechischen Fernsehens in Moskau Jan Molacek ist", erinnert die Chefredakteurin der RIA Novosti.

    "Ich kann nicht sagen, ein Opfer von wessen ,Spielen' Jan Molacek wurde. Aber dafür kann ich behaupten: Unsere Nachrichtenagentur und der Berufsjournalist Leonid Swiridow haben sich an keinen ,Spielen', seien es Spionage- oder politische Spiele, beteiligt und haben auch nicht die Absicht, sich daran zu beteiligen", erklärt Swetlana Mironjuk.

    Sie verweist darauf, dass sich Swiridow bestens gezeigt hat. Lange Jahre, ab August 1997, vertrat er das Fernsehen und den Rundfunk Russlands und dann auch die Nachrichtenagentur RIA Novosti in Tschechien. Und seit 2003 arbeitet er überhaupt in Warschau, von wo es nicht ganz bequem ist, tschechischen Politikern nachzuspionieren, schreibt die Chefredakteurin.

    "Die absurden Anschuldigungen werfen einen Schatten sowohl auf seinen guten Namen als Journalist als auch auf den Ruf einer der ältesten und professionellen Nachrichtenagenturen Russlands, die für die Organisation eines den Realitäten adäquaten Informationsaustausches zwischen den neuen demokratischen Staaten - der Russischen Föderation und Tschechien - sehr viel getan hat", betont Mironjuk.

    "Die Anschuldigungen sind um so absurder, wenn man in Betracht zieht, dass Leonid Swiridow 2006 insgesamt nur zwei Mal in Tschechien war: zunächst bei der Präsentation der tschechischen Version der Zeitschrift "Russland in der globalen Politik" und dann während des Tschechien-Besuches des russischen Präsidenten Wladimir Putin.

    "Ihr Journalist, der Leonid Swiridow die Beteiligung an Spionagetätigkeit anlastet, beruft sich auf nicht genannte Quellen. Ich glaube nicht, dass eine solche Methode den hohen allgemein gültigen Standards des Erhalts und der Überprüfung glaubwürdiger Informationen entspricht", heißt es im Brief der Chefredakteurin der RIA Novosti an die Leitung der tschechischen Zeitung. "Für die Beschuldigung des Journalisten einer derart ,pikanten' Beschäftigung wie Spionage genügt eindeutig nicht die Meinung eines anonymen ,gut informierten Diplomaten". Zumal es dem Verfasser des Artikels, nach allem zu urteilen, nicht einmal in den Sinn kam, zu einer einfachen Methode eines gewissenhaften Journalisten zu greifen: Leonid Swiridow oder RIA Novosti anzurufen und die derart explosive Information zu überprüfen."

    Die Chefredakteurin der RIA Novosti nimmt an, dass sich der tschechische Journalist bei der Arbeit an seinem Artikel vom ironischen Lehrbehelf von Karel Capek "Zwölf Methoden der literarischen Polemik" und nicht vom korporativen Kodex der journalistischen Ethik leiten ließ.

    "Ein zumindest einmal laut ausgesprochenes Wort verbreitet sich in der Regel und setzt immer neue, zudem ,glaubwürdigere' Einzelheiten an. Unter Berufung auf die Publikation in Ihrer Zeitung teilten Kollegen von Radio Praha zum Beispiel schon der Welt von der ,Ausweisung des russischen Journalisten und Agenten aus Tschechien' mit, obwohl Swiridow schon seit drei Jahren nicht mehr in Tschechien lebt", heißt es im Brief Swetlana Mironjuks.

    Sie erinnert daran, dass die RIA Novosti in der Welt und in Russland gut bekannt ist. Sie dient als eine Quelle glaubwürdiger und qualitativ guter Informationen sowohl in der Russischen Föderation (wo sie die meistzitierte Nachrichtenagentur ist) als auch über Russlands Grenzen hinaus.

    "Korrespondenten der RIA Novosti werden von Staats- und Regierungschefs empfangen. Kommentare unserer politischen Beobachter werden in führenden ausländischen Massenmedien veröffentlicht. Und das nicht, weil dies etwa eine Propaganda sowjetischen Typs ist, sondern deshalb, weil dies überprüfte Informationen und professionelle Kommentare sind. Wir wissen das Vertrauen unserer Leser und Abonnenten zu schätzen und können unsere Interessen in gebührender Weise unter Nutzung aller möglichen offiziellen Schritte und Handlungen schützen", wird in dem Brief betont.

    Die Chefredakteurin der RIA Novosti ist sich dessen sicher, dass auch Swiridow selbst alle gesetzlichen Methoden für den Schutz seines Rufes und guten Namens nutzen wird.

    Swetlana Mironjuk rechnet damit, dass die tschechische Zeitung ihren Brief veröffentlichen wird. "Kollegen müssen in der Lage sein, einander Gehör zu schenken, die Standards des Berufes zu wahren und die Position der Gegenseite zu achten. Ich hoffe aufrichtig darauf und schicke Ihnen diesen Brief zur Veröffentlichung", schreibt die Chefredakteurin der RIA Novosti.

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