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    "Kommersant": Streit um Sachalin-2 - Gericht weist Umweltklage ab

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    MOSKAU, 18. Oktober (RIA Novosti). Ein Moskauer Gericht hat die Klage der Umweltschutzbehörde Rosprirodnadsor zurückgewiesen, in der sie gefordert hatte, das Umweltgutachten zum Förderprojekt Sachalin-2 für ungültig zu erklären.

    Somit bekommt das Ministerium für Naturressourcen das Recht, über die Zukunft des Projektes nach eigenem Ermessen zu entscheiden. Die Entscheidung soll am 25. Oktober fallen, berichtet das Wirtschaftsblatt "Kommersant" am Mittwoch.

    Wie Dmitri Kolossow, Chef des Rechtsdepartements von Rosprirodnadsor, mitteilte, begründete das Gericht seine Entscheidung damit, dass die Umweltbehörde nicht das Recht hätte, zu klagen. Darauf, dass Rosprirodnadsor nicht als Kläger auftreten darf, hatten zuvor auch die Juristen des Ministeriums verwiesen.

    Eine Aufhebung des Umweltgutachtens hätte das Projekt zum Stocken bringen können, denn der Bau der Pipelines und der Gasverflüssigungsanlage wäre auf Eis gelegt worden. Es würde mindestens ein Jahr vergehen, bevor die neuen Dokumente abgestimmt sein würden. Als Folge würde der für Mitte 2008 geplante Beginn der Gaslieferungen verschoben. Laut Schätzungen des Projektbetreibers Sakhalin Energy könnte daraus ein Schaden von zehn Milliarden Dollar erwachsen.

    Das Ministerium für Naturressourcen versäumte die Chance, sich von der Verantwortung für die Aufhebung der Expertise zu entbinden, und unterstützte sogar die Beendigung des Gerichtsverfahrens. Wahrscheinlich aus der Befürchtung, dass das Gerichtsurteil zugunsten des Beklagten ausfallen und das Gutachten in Kraft bleiben würde. Wäre dies passiert, dann wäre das Ministerium in eine missliche Situation geraten.

    "Das ähnelt sehr einer Erpressung", sagt Analyst Dmitri Zaregorodzew von FIM Securities. "Das Gutachten bleibt zwar in Kraft. Doch seine Aufhebung ist nicht ganz ausgeschlossen".

    Ein Sprecher des Ministeriums für Naturressourcen teilte mit: "Der Minister hat versprochen, dass die Entscheidung über das Gutachten nach dem 25. Oktober fallen wird, nachdem die Prüfung von Sakhalin Energy abgeschlossen und klar geworden ist, ob die dabei entdeckten Rechtsverletzungen beseitigt werden können."

    "Noch vor einem Monat war ich mir sicher, dass das Gutachten außer Kraft gesetzt wird. Jetzt erscheint mir das unwahrscheinlich", sagt Denis Borissow von der Investmentgesellschaft Solid. Viele Experten verbinden die gütliche Lösung des Streits um Sachalin-2 mit den Verhandlungen zwischen Gasprom und der britischen Firma Shell, die 55 Prozent an Sakhalin Energy besitzt. Das Thema der Verhandlungen ist ein möglicher Einstieg des russischen Konzerns in das Projekt. In den letzten Tagen haben die Shell-Vertreter mehrmals betont, sie hoffen, die Gespräche mit Gasprom in den kommenden Monaten erfolgreich zum Abschluss zu bringen.

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