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    "Gazeta.ru": Für einen Oligarchen ist es wichtig, rechtzeitig zu gehen

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    MOSKAU, 18. Oktober (RIA Novosti). Am Dienstag, einen Tag nach dem Erscheinen der Medienberichte über einen Krach in der Familie Roman Abramowitschs, tauchten Gerüchte auf, denen zufolge der Öl-Multi und Chelsea-Boss das Amt des Gouverneurs der entlegenen russischen Region Tschukotka an den Nagel hängen will.

    Laut Experten sind diese Gerüchte nicht ganz unbegründet. Über die Reaktion des Kreml gehen ihre Prognosen jedoch weit auseinander, berichtet die Internet-Zeitung Gazeta.ru am Mittwoch.

    Eine der Tschukotka-Gebietsverwaltung nahestehende Quelle hat bestätigt, dass die Gerüchte über ein mögliches Ausscheiden Abramowitschs, die in der regionalen Hauptstadt Anadyr kursieren, nicht unbegründet sind.

    Der stellvertretende Direktor des Zentrums für politische Konjunktur, Vitali Iwanow, sieht hinter diesen Gerüchten den Wunsch Abramowitschs, den Posten des Gouverneurs zu verlassen. Dabei räumt er ein, dass Abramowitschs Pläne am Widerstand des Kreml scheitern könnten, der an einer Stabilität in der Region interessiert ist. Die Vermutung, der Kreml selbst wolle Abramowitsch absetzen, weist der Politologe zurück: Der Multimilliardär wurde erst vor einem Jahr vom Staatspräsidenten erneut auf diesen Posten ernannt.

    Dmitri Badowski vom Institut für Sozialsysteme hält die Gerüchte über einen möglichen Rücktritt Abramowitschs für glaubwürdig. 2005 hatte Abramowitsch seine Wiederernennung auf persönliche Bitte Putins akzeptiert, vermutet Badowski. Schon damals waren Gerüchte im Umlauf, dass der Multimilliardär das Amt lediglich für ein Jahr übernehme und nach dem Verkauf seiner Ölfirma Sibneft an Gasprom zurücktreten werde.

    Dabei verweist Badowski auf Informationen, denen zufolge der Kreml Abramowitsch gebeten haben soll, den Metallhersteller Evrazholding, an dem Abramowitsch mit 41 Prozent beteiligt ist, zu einem Megakonzern auszubauen. "Dieses Projekt erfordert viele Anstrengungen und die Tätigkeit Abramowitschs als Gouverneur wäre ihm dabei hinderlich", glaubt der Experte.

    Hinzu kommt, dass Abramowitsch in der letzten Zeit allzu oft in die Schlagzeilen der Skandalpresse gerät, was nicht nur ihn als Gouverneur, sondern auch das ganze System der Ernennung der Gouverneure in Misskredit bringt. "Deshalb wird der Kreml diesmal keine Einwände gegen Abramowitschs Rücktritt erheben", sagt Badowski.

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