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    Vom "Vertragsstaat" zum Souverän: Abchasien ringt um russische Anerkennung

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    Die Volksversammlung in Abchasien ersucht die russische Regierung, die Unabhängigkeit der Republik anzuerkennen. Ein entsprechender Parlamentsbeschluss ist am Mittwoch gefasst worden.

    SUCHUMI, 18. Oktober (RIA Novosti). Die Volksversammlung in Abchasien ersucht die russische Regierung, die Unabhängigkeit der Republik anzuerkennen.

    Ein entsprechender Parlamentsbeschluss ist am Mittwoch gefasst worden.

    "Wir wenden uns an den Präsidenten und die Föderalversammlung der Russischen Föderation mit der Bitte, die Unabhängigkeit der Republik Abchasien anzuerkennen und assoziierte Beziehungen zwischen der Russischen Föderation und der Republik Abchasien herzustellen", heißt es in dem Dokument.

    Die Autoren verweisen darauf, dass die Staatlichkeit Abchasiens bereits mehr als 1200 Jahre existiert. Seit 1810 gehörte das Fürstentum von Abchasien dem Russischen Reich an. Im Jahr 1918 wurde ein unabhängiger abchasischer Staat gegründet.

    Laut Dokument haben die Truppen der kurz zuvor gegründeten Demokratischen Republik Georgien im Juni 1918 abchasisches Territorium besetzt. Dies sei als ein Aggressions- und Annexionsakt bewertet worden. Drei Jahre später wurden die georgischen Truppen vertrieben, woraufhin am 31. März 1921 die unabhängige Sozialistische Sowjetrepublik Abchasien proklamiert wurde.

    Von Februar 1922 bis Februar 1931 war die SSR Abchasien auf gleichberechtigter Grundlage mit der SSR Georgien vereint und hieß "Vertragsrepublik Abchasien". Später wurde Abchasien in eine autonome Republik umgewandelt und der Georgischen SSR einverleibt.

    Bei den nationalen Befreiungsbewegungen wurden in Abchasien in den Jahren 1957, 1964, 1967, 1978 und 1989 Massenkundgebungen und Demonstrationen durchgeführt.

    Als Antwort auf die Handlungen von Georgien Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre, die den Austritt der Republik aus der UdSSR als Ziel hatten, hat der Oberste Sowjet der Abchasischen SSR am 25. August 1990 zum Schutz seiner Staatlichkeit die "Erklärung zur staatlichen Souveränität von Abchasien" angenommen und den Beschluss über "Die rechtlichen Garantien für den Schutz der Staatlichkeit von Abchasien" gefasst.

    Das abchasische Parlament schlug der georgischen Führung im Juli 1992 vor, Verhandlungen über gleichberechtigte Beziehungen auf der Grundlage eines Föderationsvertrages aufzunehmen.

    Doch am 14. August 1992 begann Georgien eine bewaffnete Aggression gegen Abchasien. Am 4. April 1994 haben die abchasische und die georgische Seite unter Vermittlung der UNO und Russlands und mit Beteiligung der OSZE die "Erklärung zu Maßnahmen zur politischen Beilegung des georigsch-abchasischen Konflikts" unterzeichnet.

    Am 26. November 1994 hat das abchasische Parlament eine neue Verfassung der Republik angenommen, in der Abchasien zu einem souveränen Staat proklamiert wurde.

    Bei einem Referendum im Oktober 1999 in Abchasien stimmten 97,7 Prozent der Bevölkerung für einen souveränen und demokratischen Rechtsstaat. Am 12. Oktober 1999 wurde der "Akt über die staatliche Unabhängigkeit der Republik Abchasien" verabschiedet.

    "Das heutige Abchasien besitzt alle notwendigen Merkmale und Attribute eines souveränen Staates, wie sie von der Weltgemeinschaft anerkannt werden. Seine Organisation und Tätigkeit wird allen Kriterien eines demokratischen und sozialen Rechtsstaats gerecht, der auf Vertretungsdemokratie und der Teilung der Gewalten beruht", wird unterstrichen.

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