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    Politiker-Ranking: Russen bleiben Putin und Regierung treu

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    MOSKAU, 17. November (RIA Novosti). Russlands Bürger, die die Arbeit des Präsidenten traditionell hoch einschätzen, beginnen nun auch andere Machtinstitute positiv zu bewerten, berichtet die russische Tageszeitung "Wremja Nowostej" am Freitag.

    Im Vergleich zur ersten Jahreshälfte 2006 billigen momentan mehr Bürger die Arbeit der Regierung und der beiden Parlamentskammern.

    Zu dem Schluss kamen die Experten des staatlichen Meinungsforschungsinstituts WZIOM. Sie führen das nicht nur auf die saisonbedingten Meinungsschwankungen, sondern auch auf eine gewisse wirtschaftliche Stabilität im Land zurück.

    Die Arbeit des russischen Präsidenten wird von der Mehrheit der Befragten stets als positiv eingeschätzt. Im Januar bis April waren es 72 bis 75 Prozent, im Mai bis Oktober 77 bis 79 Prozent der Befragten. Die positive Einschätzung zur Arbeit der Regierung lag im Januar bis Juni bei 31 bis 38 Prozent, die negative Bewertung bei 47 bis 51 Prozent. Im Zeitraum vom Juli bis Oktober näherte sich die Zahl von positiven Einschätzungen nahezu der von negativen - erstmals seit dem Bestehen des Kabinetts von Premier Fradkow. Die Vertrauensquote lag bei 41 Prozent der Befragten, das Misstrauen gaben 44 Prozent der Befragten zu.

    Die Soziologieexperten von WZIOM meinen, dass dieses Vertrauenswachstum nichts Besonderes oder Unerwartetes sei. Der Institutsdirektor für Kommunikation, Igor Eidman, hält diese Erscheinung für saisonbedingt. Im Sommer seien die Befragten entspannter und friedlicher zum Leben und den Regierungsinstituten eingestellt. Das sei auch durch mehr soziale Zufriedenheit, die mittels einer Verbesserung der wirtschaftlichen Lage resultiert, zu erklären.

    Der Leiter der analytischen Gesellschaft "Merkator", Dmitri Oreschkin, hält die Beobachtung von WZIOM für bemerkenswert. "Natürlich sind diese positive Änderungen gering, doch auch sie haben eine Bedeutung, weil sie über der Fehlerquote liegen. Einerseits läuft im Fernsehen massiv Werbung für die Erfolge des Staates. Die Ratings von Politikern wie Dmitri Medwedew und Sergej Iwanow sind im Laufe des Jahres deutlich gewachsen. Die Anerkennung ihrer Arbeit lag am Anfang bei etwa sechs Prozent. Es wird jedoch klar, dass nationale Projekte, für die Dmitri Medwedew zuständig ist, in der Realität wenig einbringen, denn sein Rating stagniert", sagt Oreschkin.

    Gleichzeitig verweist der Experte auch auf konkrete Erfolge: Die Renten seien gewachsen, bei zahlreichen Gruppen von Staatsbediensteten habe es Gehaltserhöhungen gegeben. "Unser Volk ist von der staatlichen Fürsorge nicht verwöhnt, es braucht nicht viel. Noch vor wenigen Jahren kam es zu Lohnrückständen, heute jedoch gibt es Zuschläge", sagt er.

    Dmitri Oreschkin prognostiziert, dass sich die Situation bis zu den Parlaments- und Präsidentenwahlen kaum merklich ändern werde. "Alles wird einigermaßen positiv aussehen, dem Volk wird man Honig ums Maul schmieren. Doch die Ansprüche des Volkes wachsen schnell, die systembedingten Risiken aber häufen sich", sagt er.

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