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    Weißrussland sucht nach Alternativen zu russischen Energieträgern - „Iswestija“

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    MOSKAU, 24. Januar (RIA Novosti). Nach dem Öl- und Gaskonflikt mit Russland ist es Weißrussland gelungen, nach wie vor ermäßigte Preise in Anspruch nehmen zu können. Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko ist jedoch wieder unzufrieden, denn vom früheren Subventionsumfang kann er nur noch träumen, schreibt die „Iswestija“ am Mittwoch.

    Am Dienstag formulierte er eine neue anspruchsvolle Aufgabe für die Regierung: Es soll eine Alternative zum russischen Öl gefunden sowie eine höhere Bodenpacht für die Transitpipelines gefordert werden.

    „In diesem Jahr wird Weißrussland 2,5 Milliarden Dollar mehr für Gas und zusätzlich eine Milliarde Dollar für Öl zahlen müssen“, so Lukaschenko. „Diese 3,5 Milliarden Dollar dürfen wir aber nicht verlieren.“

    Experten bewerten Lukaschenkos Erklärungen als pure politische Erpressung. „Die Pachtgebühren sind alles andere als bedeutend, und ein Ölimport per Eisenbahn aus Lettland werde teurer zu stehen kommen als der Import aus Russland“, sagt Valeri Nesterow, Analyst der Investmentgesellschaft Troika Dialog. Außerdem handelt die Schweizer Firma Vitol, die das Ölterminal im lettischen Ventspils besitzt, ebenfalls mit russischem Öl. Damit würde die Ölraffinerie im weißrussischen Polozk wiederum russisches Öl bekommen, dann allerdings über einen Vermittler.

    Außerdem erwägt Lukaschenko einen Anschluss an das ukrainische Pipelinesystem Odessa-Brody. Dabei überlegt die ukrainische Regierung bereits seit mehreren Jahren, wie sie russische Ölfirmen für diese Pipeline gewinnen könnte, während der Umfang, der befördert wird, kontinuierlich sinkt, weil sie für die russischen Unternehmen ungünstig ist.

    Außerdem wurde in Weißrussland vor kurzem die Idee diskutiert, aserbaidschanisches Öl über den ukrainischen Hafen Odessa zu beziehen.

    „Lukaschenko mag Öl auch bei Hugo Chavez kaufen“, meint ein Troika-Dialog-Experte. „In wirtschaftlicher Hinsicht erscheint das aber zweifelhaft, die russischen Ölpreise sind weiterhin günstiger als die Weltpreise. Und über Vermittler wird es noch teurer werden.“

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