12:33 23 Oktober 2018
SNA Radio
    Politik

    Palästinensischer Außenminister sucht sicheren Weg nach Karakas via Moskau

    Politik
    Zum Kurzlink
    0 0 0
    MOSKAU, 24. Januar (RIA Novosti). Palästinas Außenminister Mahmud Sahar, einer der Anführer der "Islamischen Widerstandsbewegung" (HAMAS), hat Pläne gehabt, einen Kurzstopp in der russischen Hauptstadt Moskau einzulegen.

    Wie die russische Tageszeitung "Wremja Nowostej" am Mittwoch berichtete, war Sahar zu einer internationalen Konferenz nach Venezuela eingeladen worden. Der Minister sollte aus Ägypten abfliegen. Da die Palästinensische Autonomie keine eigene Flugverbindung zur Außenwelt hat, müssen die Palästinenser zuerst in ein beliebiges Nachbarland ausreisen.

    Sahar wurde bereits am Dienstag in Moskau erwartet. Am späten Abend erfuhr die "Wremja Nowostej", dass die Israelis die Grenze zu Ägypten für die Palästinenser gesperrt hatten. Das bedeutet, dass Sahar weder nach Kairo noch nach Moskau, geschweige denn nach Karakas wird fliegen können.

    Bei einem eventuellen Transit wäre die russische Hauptstadt wohl die sicherste Zwischenstation, denn der HAMAS-Führer könnte in Ländern der Europäischen Union (EU) verhaftet werden.

    In Israel, dessen Geheimdienste mehrmals versucht haben, den 63-jährigen Sahar zu ermorden, wurden dessen Pläne, nach Moskau zu reisen, zurückhaltend aufgenommen. Im Unterschied zu Russland stempelt Israel die HAMAS als eine "Terrororganisation" ab und reagiert auf ihre Kontakte mit der übrigen Welt empfindlich. Die USA und die Europäische Union unterhalten keinen Kontakt zu dieser islamistischen Gruppierung. Auch Russland war zuerst äußerst vorsichtig, bis eine HAMAS-Delegation mit Politbüro-Chef Chaled Maschal an der Spitze im März 2006 offiziell nach Moskau eingeladen worden war.

    Jener Besuch, der gleich nach dem klaren Sieg der Bewegung bei den Parlamentswahlen in Palästina stattfand, löste viel Rummel aus. Das um so mehr, als die Delegation auch vom russischen Außenminister Sergej Lawrow empfangen wurde.

    Ranghohe russische Amtsträger gaben gegenüber der "Wremja Nowostej" zu, dass Moskau keine realen Hebel für den Einfluss auf die in Palästina regierende HAMAS-Gruppierung habe. Aber die besondere Position Moskaus gestatte es Russland, die Trumpfkarte der Beziehungen zur HAMAS bei Verhandlungen zwischen den Teilnehmern des so genannten Nahostquartetts von Vermittlern auszuspielen, zu denen neben Russland auch die UNO, die Europäische Union und die USA gehören.

    Das Quartett soll am Freitag, dem 2. Februar, in New York zu seiner nächsten Sitzung zusammentreten.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren