06:14 21 Juli 2018
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    Davos: Russland demonstriert Geschlossenheit der Macht - „Nesawissimaja Gaseta“

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    MOSKAU, 25. Januar (RIA Novosti). Die englische Version „The Shifting Power Equation“ als Hauptthema des diesjährigen Weltwirtschaftsforums in Davos lässt sich sowohl als „das Kräftegeichgewicht im Wandel“ als auch „das Energiegleichgewicht im Wandel“ übersetzen. Die letztere Variante wäre für die jetzigen Beziehungen zwischen Russland und dem Westen im Energiebereich charakteristisch, während die erste eher für die innenpolitische Situation in Russland gelten kann, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Donnerstag.

    Es genügt allein, die Zusammensetzung der offiziellen Delegation Russlands sachlich zu betrachten. Zu der vom Vizepremier Dmitri Medwedew geleiteten Abordnung gehören der Minister für Wirtschaftsentwicklung und Handel, German Gref, die Gouverneure Valentina Matwijenko und Alexander Tkatschjow sowie Tatarstans Premier Rustam Minnichanow. Als keinesfalls fremd wirken dabei auch die Vertreter aus der Unternehmerwelt wie Anatoli Tschubais, Chef der Stromholding RAO EES, Gasprom-Vorstandsvizechef Alexander Medwedew und Lukoil-Präsident Wagit Alekperow.

    Diese Zusammensetzung wirkt wie eine homogene Struktur, die dadurch zementiert ist, dass alle Mitglieder in die Regierung eingegliedert sind beziehungsweise ihr nahe stehen. Die einzige praktische Schlussfolgerung, die die westlichen Politiker und Geschäftsleute in Davos daraus ziehen können, besteht wohl darin, dass Unabhängigkeit und Einfluss eines Politikers im heutigen Russland unvereinbar sind.

    Nicht nur Geschäftsleute, sondern auch Politiker, die nach mehr Einfluss trachten, lassen sich schnell in die Machtvertikale einbauen und werden nicht selten Beamte. Diejenigen, die sich nicht einfügen lassen, geraten an den Rand und versuchen nicht einmal, Davos als Bühne zu nutzen.

    Das ist eine russische Stabilität, die im Westen immer häufiger als bedrohlich bewertet wird und von der man nur unangenehme Überraschungen erwartet.