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    Putin in Indien: Milliardenschwere Verträge in Sicht

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    Der russische Staatspräsident Wladimir Putin hat am Donnerstag einen offiziellen Besuch in Indien angetreten. Kurz davor war eine ranghohe russische Delegation mit Vizepremier und Verteidigungsminister Sergej Iwanow an der Spitze in Indien eingetroffen.

    MOSKAU, 25. Januar (RIA Novosti). Der russische Staatspräsident Wladimir Putin hat am Donnerstag einen offiziellen Besuch in Indien angetreten. Kurz davor war eine ranghohe russische Delegation mit Vizepremier und Verteidigungsminister Sergej Iwanow an der Spitze in Indien eingetroffen.

    Das Thema der militärtechnischen Zusammenarbeit wird im Mittelpunkt des Besuchs Putins stehen. Laut Iwanow soll eine Reihe von Verträgen unterzeichnet werden, jeder von ihnen habe ein Volumen von mehreren Milliarden US-Dollar.

    Das russisch-indische Programm der militärtechnischen Zusammenarbeit, das bis 2010 angelegt ist, sieht fast 200 Projekte vor und hat einen geschätzten Umfang von 18 Milliarden US-Dollar. Bisher hat Russland bereits Waffen und Kriegstechnik für mehr als zehn Milliarden Dollar nach Indien geliefert. Am wichtigsten war wohl die Lieferung von 180 Jagdflugzeugen des Typs SU-30MKI, für die Indien vier Milliarden Dollar gezahlt hat. Außerdem bestellte Indien 16 seegestützte Jäger MiG-29K für 700 Millionen Dollar und erwarb eine Kaufoption für weitere 30 Maschinen dieses Typs im Wert von insgesamt einer Milliarde Dollar.

    Russland sei derzeit das einzige Land weltweit, das Indien sein Know-How auf dem Gebiet der Hochtechnologien weitergibt, schreibt die russische Zeitung „Wremja Nowostej“. Die russischen Flugzeugbauer haben den indischen Kollegen vorgeschlagen, gemeinsam ein Jagdflugzeug der 5. Generation zu entwickeln, das dem amerikanischen Jäger F-35 Konkurrenz machen soll. Indien erklärte sich bereit, in das Projekt einzusteigen, an dem der russische Konzern Suchoi bereits seit drei Jahren arbeitet. Der neue Jet soll laut Plan schon 2009 in den Himmel steigen. Außerdem schlägt Russland Indien vor, gemeinsam ein Mehrzweck-Transportflugzeug zu bauen.

    Indische Unternehmen beteiligen sich bereits am Bau des seegestützten Jägers MiG-29K/KUB als gleichberechtigte Partner mit. Im Bereich der Raumfahrt bringen indische Trägerraketen Satelliten für das russische Navigationssystem GLONASS ins All, beide Staaten entwickeln gemeinsam neue Navigationssatelliten mit einer Lebensdauer von zehn Jahren.

    Außerdem wird die Modernisierung der russisch-indischen Flügelrakete Bramos in Erwägung gezogen. Diese schiffsgestützte Rakete soll laut Plan in eine land- und eine luftgestützte Rakete umgebaut werden. Die luftgestützte Variante ist für die Flugzeuge SU-30MKI vorgesehen. Der russische Vizepremier und Verteidigungsminister Sergej Iwanow räumt ein, dass diese Raketen an Drittländer verkauft werden könnten.

    Russland liefert traditionell Waffen und Kriegstechnik nach Indien. 2002 hatte Indien 140 Panzer vom Typ T-90 gekauft. Weitere 186 Panzer dieses Typs werden nach der russischen Lizenz in Indien gebaut. Seit Ende 2006 kursieren Gerüchte, dass Indien bei Russland weitere 300 Panzer T-90C für 900 Millionen Dollar bestellen wolle.

    Außerdem plant Indien eine Ausschreibung für U-Boote, bei der Russland mit einem U-Boot der Klasse „Amur“ antreten wird. Es wird zudem eine Ausschreibung zum Kauf von Hubschraubern erwartet.

    Bei einer indischen Ausschreibung für 126 leichte Jagdflugzeuge tritt Russland mit den MiG-35 an. Diese Flugzeuge haben auch deshalb gute Chancen, weil sie mit Triebwerken mit Schubvektorsteuerung ausgestattet sind, die in Indien gewartet und bei Bedarf sogar nachgebaut werden können. Beobachter vermuten, dass Putin in Indien für das russische MiG-35-Angebot werben wird. Der Lobbyismus auf höchster Ebene wird in der Welt immer mehr praktiziert.

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