22:39 18 Februar 2018
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    Putin im Plural: Nachfolger-Diskussion wird immer diffuser - „Wedomosti“

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    MOSKAU, 02. Februar (RIA Novosti). 13 Monate vor der Präsidentenwahl in Russland weigert sich Wladimir Putin nicht nur, den Namen seines Wunschnachfolgers zu nennen, sondern er macht die Situation um dieses Thema noch verwirrender.

    In seiner Jahreskonferenz am Donnerstag im Kreml erklärte er, er werde vor dem Beginn der Wahlkampagne keine konkreten Namen nennen und keine politischen Umbesetzungen in der Regierung vornehmen, um die Position seines Nachfolgers zu festigen, schreibt die Tageszeitung „Wedomosti“ am Freitag. Mehr noch: Er gab zu verstehen, dass am Schluss mehrere Personen als seine Wunschnachfolger gelten könnten.

    Obgleich Putin den Namen seines eventuellen Nachfolgers nicht genannt hat, betrachten politische Beobachter am ehesten den ersten Vizepremier Dmitri Medwedew sowie den Vizepremier und Verteidigungsminister Sergej Iwanow als potentielle Präsidentschaftskandidaten.

    Wie Leonti Bysow vom Meinungsforschungsinstitut WZIOM mitteilte, sind 60 Prozent der Befragten bereit, für die Person zu stimmen, auf die Putin hinweisen wird. 35 Prozent sind dabei der Auffassung, dass dies Medwedew sein werde. Nur elf Prozent tippen auf Iwanow.

    Die Tatsache, dass Putin das Wort „Präsidentschaftskandidat“ im Plural gebraucht hat, sowie seine Äußerung, dass alle politischen Parteien ihre Kandidaten nominieren dürfen, bedeutet, dass auf den Wahlzetteln mehrere Nachfolger stehen könnten, und zwar von verschiedenen Parteien, stellt Dmitri Badowski aus dem Forschungsinstitut für soziale Systeme fest. Diese politische Pluralisierung ist damit verbunden, dass weder Putin noch die Eliten einen Präsidenten haben möchten, der die gleiche Machtfülle besitzen würde wie der jetzige.

    Einen gemeinsamen Kandidaten für die Nachfolge gibt es derzeit nicht, wahrscheinlich wird es mehrere Pro-Kreml-Kandidaten geben, meint Politologe Michail Winogradow. Wahrscheinlich werden die hinter dem Kreml stehenden Parteien sogar mehrere Kandidaten unterstützen müssen. Faktisch wird damit eine Stichwahl in Aussicht genommen, die einerseits den neuen Präsidenten schwächen würde, andererseits aber für die Macht hinsichtlich des internationalen Ansehens überaus vorteilhaft wäre, so der Experte.