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    Putin zielt auf Gas-Integration mit Ukraine - „Kommersant“

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    MOSKAU, 02. Februar (RIA Novosti). Russlands Präsident Wladimir Putin hat erstmals bestätigt, dass die Ukraine Zugang zu den russischen Gasvorkommen im Austausch gegen Anteile am ukrainischen Gastransportsystem bekommen könnte. Kiew scheint bereit zu sein, ein Joint Venture zu gründen, in dem es Zugang zu den russischen Ressourcen mit einem jährlich garantierten Förderumfang von 50 Milliarden Kubikmeter Gas bekommt und dafür Teile seines Gastransportsystems hergibt, schreibt die Tageszeitung „Kommersant“ am Freitag.

    Wie die Zeitung vom Konzern Gasprom erfuhr, wird die russische Regierung eine Liste von Vorkommen zusammenstellen, die die Ukraine bekommen könnte - allerdings erst nachdem dieses Land seine Verfassung geändert hat. Diese Änderungen sind notwendig, damit das künftige Joint Venture ukrainische Gasfernleitungen in Besitz nehmen darf. Die Änderungen sollen auch die Bereitschaft Kiews zu einer maximalen Integration demonstrieren, an der in erster Linie Russland interessiert ist.

    Wie Alexej Makuschkin, Präsident des Moskauer Zentrums für Studien zur nationalen Konkurrenzfähigkeit, feststellt, haben beide Seiten auf dem Weg zur Realisierung dieses Tauschprojekts bereits mehrere Fehler begangen. Einerseits hatte Russland der Ukraine ursprünglich angeboten, die Gaspipelines als Schuldentilgung herzugeben. Kiew wiederum hatte sich vergeblich bemüht, die Gaspipelines an die USA und EU zu verkaufen. „Das bringt logischerweise Russland und die Ukraine dazu, die Transportkapazitäten gemeinsam zu nutzen“, so der Experte. „Ohne Investitionen in Höhe von sieben bis 12 Milliarden Dollar würde aber die Ukraine ein derart großes Transportsystem höchstens noch fünf Jahre betreiben können, danach würde man es schließen müssen.“

    Makuschkin schätzt zwar die ukrainischen Gasfernleitungen auf 20 bis 25 Milliarden Dollar, „angesichts des Verschleißes muss man jedoch von einem beträchtlichen Preisrabatt ausgehen, so dass Russland Rohstoffressourcen im Wert von sieben bis zehn Milliarden Dollar“ als Gegenleistung bereitstellen sollte. Ungefähr so viel würden auch Vorkommen mit Fördermengen zwischen 30 und 50 Milliarden Kubikmeter im Jahr kosten.

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