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    Föderationsrat: USA wollen Russland durch Ausbau ihrer ABM-Systeme unter Druck setzen

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    US-Raketenabwehr rund um Russland (623)
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    Die Stationierung von Elementen des Raketenabwehrsystems nahe den russischen Grenzen ist ein Mittel zur Druckausübung gegenüber diesem Land.

    MOSKAU, 08. Februar (RIA Novosti). Die Stationierung von Elementen des Raketenabwehrsystems nahe den russischen Grenzen ist ein Mittel zur Druckausübung gegenüber diesem Land.

    Diese Auffassung vertrat der stellvertretende Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Föderationsrates (Oberhaus des russischen Parlaments) Wassili Lichatschow auf einer Pressekonferenz am Donnerstag in Moskau.

    „Es liegt auf der Hand, dass es sich nicht um propagandistische Schritte der Administration von Bush handelt, der damit rechnet, sein Ansehen zu steigern, obwohl es vielleicht auch dieses Ziel gibt. Es geht vielmehr um ein System der ideologischen und militärpolitischen Druckausübung gegenüber Russland und dessen Bündnispartnern“, sagte der Parlamentarier auf Anfrage von RIA Novosti.

    „Ist das der Kalte Krieg in einer Verpackung aus dem 21. Jahrhundert oder sind es nur einzelne Elemente davon? Das gibt sehr zu denken, aber es ist völlig klar, dass der Westen nicht zu einer vollwertigen Zusammenarbeit mit Russland bereit ist“, sagte Lichatschow.

    Ihm stimmte der Vizepräsident der Akademie für geopolitische Probleme, Leonid Iwaschow, zu. In einem Gespräch mit RIA Novosti betonte der Experte, die USA setzten auf diese Weise ihre Defensive gegen die strategischen Interessen Russlands fort.

    „Die Amerikaner sind gerade deshalb aus dem ABM-Vertrag ausgestiegen, um wieder die uneingeschränkte Kontrolle über die strategischen Nuklearpotentiale von Russland und China ausüben zu können“, sagte Iwaschow.

    Er bemerkte, die USA würden planmäßig in dieser Richtung wirken. Davon zeugten die Stationierung von Abfangraketen um die Grenzen Russlands, der Aufbau eines Systems zur Radar- und Weltraumaufklärung sowie die Dislozierung von Kampffliegerkräften an der Grenze von Russland.

    Laut Iwaschow ist es Zeit, dass die russische Macht entschlossene Schritte unternimmt. „Schluss damit, den Amerikanern nachzugeben. Denn wir können dabei nicht das Unverkennbare bemerken und verlassen uns nur auf Worte“, sagte er. „Russland muss damit aufhören, zu sagen, es gebe keinen Gegner, es gebe keine Bedrohungen, außer Osama bin Laden“, bemerkte der Experte.

    Nach seiner Prognose erwartet Russland eine finstere Zukunft, wenn es keine Maßnahmen zur Neutralisierung der Gefahr, die die Handlungen der USA darstellten, ergreift.

    „Das könnte damit enden, dass Russland nach Norden hin komprimiert und so zu einem kleinen nordischen Land würde“, sagte Iwaschow.

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