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    Außenministerium: Serbischer General Djordjevic ist nicht in Russland

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    MOSKAU, 08. Februar (RIA Novosti). Das russische Außenministerium zeigte sich befremdet über die Behauptungen der Chefanklägerin Carla del Ponte vom Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY), dass sich der ehemalige serbische General Vlastimir Djordjevic in Russland versteckt halte und Russland bei der Fahndung nicht helfen wolle.

    „Die Informationen des ICTY über Djordjevics möglichen Verbleib in Russland wurden sorgfältig nachgeprüft. Die gesuchte Person lebt nicht unter der vom Strafgerichtshof angegebenen Adresse. Mehr noch, die angegebene Adresse existiert in Moskau überhaupt nicht“, sagte Ministeriumssprecher Michail Kamynin am Donnerstag, als er von einem Journalisten danach gefragt wurde.

    Die russische Seite fahnde nach wie vor nach Djordjevic. „Dennoch haben weder wir, noch, wie wir annehmen, Carla del Ponte ernsthafte Gründe zu behaupten, dass sich Djordjevic in Russland befindet“, betonte Kamynin.

    Er sagte auch, dass die russische Seite immer aktiv mit dem ICTY zusammenarbeite. „Alle Anfragen des Internationalen Strafgerichtshofes zur Suche nach den Angeklagten wurden sorgfältig geprüft. Auch die Antworten auf die Anfragen über die Zusammenarbeit wurden dem ICTY immer rechtzeitig zugeschickt“, sagte der Vertreter des Außenministeriums.

    Am 30. Januar erklärte die Chefanklägerin des Internationalen Strafgerichtshofes für das ehemalige Jugoslawien, dass es kaum Chancen gebe, dass der Serbe Vlastimir Djordjevic vor das Tribunal komme.

    „Ich hege keine Hoffnungen, dass das Tribunal Vlastimir Djordjevic bekommt, der wegen Verbrechen im Kosovo gesucht wird und unseren Angaben zufolge in Russland untergetaucht ist“, sagte die Chefanklägerin auf einer Pressekonferenz. „Wir versuchen weiter, Djordjevic zu finden, doch die russische Seite arbeitet mit uns in dieser Angelegenheit nicht zusammen. Ich verstehe nicht, warum.“

    Djordjevic ist eine von den sechs Personen, die sich gegenwärtig vor dem Haager Tribunal verstecken. Er wird wegen Verbrechen gegen die albanische Bevölkerung Kosovos im Zeitraum von Oktober 1998 bis zum 20. Juni 1999 angeklagt.

    Gemäss der Anklageschrift des ICTY war Djordjevic „Teil einer gemeinsamen kriminellen Unternehmung, die unter anderem zum Ziel hatte, einen maßgeblichen Teil der albanischen Bevölkerung aus der Provinz Kosovo zu vertreiben, um diese unter serbischer Kontrolle zu behalten“. Ferner heißt es, dass zu diesem Ziel eine „systematische Terrorkampagne, zu welcher Verfolgung, Deportationen und Morde an der albanischen Bevölkerung des Kosovo gehörten“, eingeleitet worden war.

    Mitte vorigen Dezembers wies die russische UNO-Mission die Beschuldigungen von Carla del Ponte zurück, dass der ehemalige serbische Polizeigeneral Vlastimir Djordjevic sich in Russland verstecken soll.

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