20:21 26 September 2017
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    US-Raketenabwehr in Osteuropa: Rice hält Kritik aus Russland für "unbegründet"

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    US-Raketenabwehr rund um Russland (623)
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    "Ich denke nicht, dass solche Äußerungen für die Beziehungen förderlich sind, und wir haben das klar gesagt", erklärte Rice am Sonntag im US-Fernsehsender Fox.

    WASHINGTON, 26. Februar (RIA Novosti). Die US-Außenamtschefin Condoleezza Rice ist der Ansicht, dass die aus Russland kommenden kritischen Äußerungen gegen die USA, die vor allem im Zusammenhang mit der Nato-Erweiterung und der geplanten Stationierung von Teilen eines US-Raketenabwehrsystems in Europa nicht zur Festigung der bilateralen Beziehungen beitragen.

    "Ich denke nicht, dass solche Äußerungen für die Beziehungen förderlich sind, und wir haben das klar gesagt", erklärte Rice am Sonntag im US-Fernsehsender Fox.

    Zugleich verwies sie auf einen am Sonntag in der Zeitung "Washington Post" veröffentlichten Artikel von Russlands Außenminister Sergej Lawrow mit der Überschrift "Ein Kalter Krieg reicht aus". "Ich denke, dass dieser Artikel des russischen Außenministers die Situation ins rechte Licht rückt", betonte sie.

    "Russland ist nicht die Sowjetunion, das müssen wir anerkennen", fügte Rice hinzu. "Das ist ein anderes Land, mit dem wir andere Beziehungen haben. Wir kooperieren mit Russen an mehreren Fronten, unter anderem bei Nordkorea und Iran - auch sind wir bemüht, den nuklearen Terrorismus zu verhindern. Wir haben sehr viele Bereiche in der Zusammenarbeit."

    Gleichzeitig räumte sie ein, dass zwischen Washington und Moskau "manchmal Unverständnis herrsche".

    Auf das Thema Raketenabwehrsystem eingehend, verwies Rice darauf, dass Vertreter beider Länder mehr als zehn Mal offiziell zusammengetroffen waren, um die US-Pläne in diesem Bereich zu erörtern. Solche Diskussionen fanden auch im Russland-Nato-Rat statt.

    Die amerikanischen Raketenabwehrpläne in Europa seien keine Überraschung für Moskau, betonte sie.

    "Ich denke, es war unnötig und unbegründet, solche Erklärungen über die unabhängigen Länder und Nato-Mitglieder Polen und Tschechien abzugeben", fügte Rice hinzu.

    "Diejenigen, die sich auskennen, werden niemals behaupten, dass die in Polen stationierten zehn Abfangraketen irgendeine Bedrohung für die mehrere Tausend Gefechtsköpfe darstellen können, die im russischen Abschreckungsarsenal vorhanden sind", betonte Rice.

    Außerdem möchte die Administration von US-Präsident George W. Bush "ein Zusammenwirken mit den Russen auf dem Gebiet der Raketenabwehr entwickeln".

    Zur Nato-Erweiterung sagte sie, dieser Prozess sei ein überaus wichtiger Moment in der Weltgeschichte nach dem Kalten Krieg. "Er hat geholfen, das demokratische und geschützte Europa zu konsolidieren", erklärte die US-Außenamtschefin. "Russland hat seitens der demokratischen Staaten an seinen Grenzen nichts zu befürchten."

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