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    Argentinien begeht nicht mit Großbritannien Jubiläum der Beendigung des Falklandkriegs

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    BUENOS AIRES, 27. Februar (RIA Novosti). Argentinien hat den britischen Vorschlag zurückgewiesen, gemeinsam den 25. Jahrestag der Beendigung des Falklandkrieges zu begehen.

    Der argentinische Außenminister, Jorge Enrique Taiana, hat erklärt, das Datum bedeute für Großbritannien „den Sieg über Argentinien, während das argentinische Volk mit Schmerz“ dieses Tages gedenkt. Aus diesem Grund sei es nicht möglich, an Veranstaltungen aus diesem Anlass teilzunehmen.

    Der Außenminister unterstrich, dass in diesem Jahr nicht nur der 25. Jahrestag des Kriegsendes begangen wird, sondern auch „der 174. Jahrestag der Usurpation der Inseln durch Großbritannien“. Sein Land, sagte er, „beabsichtigt, die Anerkennung der Souveränität über die Malwinen auf diplomatischem Wege zu erreichen“.

    Der britische Botschafter in Argentinien, John Hughes, hatte der Landesführung zuvor vorgeschlagen, an gemeinsamen Veranstaltungen aus Anlass der Beendigung der Kampfhandlungen teilzunehmen. „Wir haben der argentinischen Führung gemeinsame Veranstaltungen vorgeschlagen, um der Gefallenen des Konfliktes zu gedenken“, äußerte er vor der Presse.

    In Großbritannien sind die Gedenkveranstaltungen für den 14. Juni geplant. In der Gedenkkapelle von Pangbourne in der Grafschaft Berkshire wird an diesem Tag ein Gottesdienst zum Gedenken an die gefallenen Militärangehörigen zelebriert. Ein ähnlicher Gottesdienst findet auch auf den Falkland-Inseln statt, umrahmt von einer Truppenparade des dort stationierten britischen Kontingents.

    Die Falkland-Inseln, in Argentinien Malwinen genannt, sind 400 Kilometer vor der argentinischen Küste im südlichen Atlantik gelegen. Sie befinden sich unter britischer Oberhoheit, die von Argentinien angefochten wird. Argentinien macht geltend, dass der Archipel von spanischen Seefahrern schon in der Mitte des 16. Jahrhunderts entdeckt worden war, und zwar noch bevor die Engländer ihren Fuß auf die Inseln gesetzt hatten.

    Der britisch-argentinische Krieg um die Inseln begann im Jahr 1982. Der formelle Anlass für den Kriegsausbruch war, dass argentinische Arbeiter Ende März ihre Nationalflagge auf Südgeorgien gehisst hatten. Die Briten sahen darin eine „Herausforderung“ und eine „illegale Präsenz“.

    Gouverneur Sir Rex Hunt entsandte Soldaten mit dem Befehl, die Flagge einzuholen. Buenos Aires wiederum schickte zum „Schutz seiner Bürger“ eine Flottille aus einem Flugzeugträger, Zerstörern, Fregatten, einem U-Boot und Landungsschiffen.

    Den zweimonatigen Krieg beendete Großbritannien mit der Wiederherstellung seiner Souveränität über den Archipel und zwang Argentinien die Kapitulation auf, die am 14. Juni 1982 besiegelt wurde.

    Bei den Kämpfen verlor Großbritannien 255 Militärangehörige. Sechs Kriegsschiffe und 34 Flugzeuge sind zerstört worden. Die Militärausgaben für die Aktion beliefen sich auf 1,6 Milliarden Pfund Sterling.

    Bei den Argentiniern waren 649 gefallene Soldaten und mehr als 11 000 Gefangene zu beklagen.

    Der Falklandkrieg beeinflusste die politische Lage in beiden Ländern nachhaltig. Die Niederlage musste die argentinische Militärjunta, die das Land seit sieben Jahren regiert hatte, mit ihrem Sturz bezahlen. Die britische Premierministerin Margaret Thatcher konnte indes ihre Popularität noch erhöhen, was ihr und ihrer Konservativen Partei bei den Parlamentswahlen von 1983 einen sicheren Sieg bescherte.

    Die während des Krieges abgebrochenen diplomatischen Beziehungen nahmen die beiden Länder erst 1990 wieder auf.

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