19:00 19 August 2017
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    UNO rechnet mit großen Flüchtlingsströmen im Irak

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    KAIRO, 05. März (RIA Novosti). Die Zahl der Flüchtlinge, die durch den Irak ziehen, kann bis Ende des Jahres 2,3 Millionen erreichen. Im vorigen Jahr gab es 1,8 Zwangsvertriebene.

    Diese Zahlen führte Flüchtlingskomissar der Vereinten Nationen, António Guterres, nach Meldungen von arabischen Massenmedien am Montag in Kairo an.

    „Wenn die jetzige Tendenz bewahrt wird, bei der 40 000 bis 50 000 Iraker jeden Monat zu Flüchtlingen werden, kann die Zahl der Binnenvertriebenen im Irak 2,3 Millionen Menschen erreichen“, sagte Guterres.

    „Ich rufe die muslimischen und insbesondere arabischen Länder auf, eine größere Rolle bei der Erörterung, Entwicklung und Verwirklichung der internationalen Flüchtlingshilfe auf sich zu nehmen“, sagte er.

    Außer den 1,8 Millionen Binnenvertriebenen haben nach UNO-Angaben zwei Millionen Iraker nach Anfang der Kampfhandlungen 2003 ihr Land verlassen.

    Irak sei von den Nahost-Ländern am meisten von der massenhaften Flucht betroffen, so Guterres. „Hier gilt jeder achte Bürger als Zwangsumsiedler“, sagteer.

    Am 17. und 18. April findet laut Guterres in Genf nach UNO-Initiative eine internationale Konferenz über irakische Flüchtlinge statt.

    Am Anfang des Jahres verkündete die UNO, dass die Hilfe für die Zwangsumsiedler im Irak und außerhalb seiner Grenzen 60 Millionen Dollar fordern würde.

    Am Vortag fand in Kairo eine ordentliche Sitzung der Außenminister der Liga der Arabischen Staaten statt. Im Schlussdokument riefen die Außenminister der arabischen Staaten unter anderem zur politischen Regelung der Situation im Irak und zur Unterbindung der interkonfessionellen und ethnischen Zwistigkeiten auf, die die kriegszerstörte Wirtschaft des Landes endgültig sabotieren und Zehntausende Bürger auf die Flucht zwingen.

    Nach Expertenmeinung endete die Sitzung ohne konkrete Ergebnisse.

    „Die akutesten Probleme der arabischen Welt, darunter Irak, ließen die Minister ohne Abstimmung für den kommenden Präsidentensummit der Liga. Und das lässt am Erfolg des kommenden Gipfeltreffens der arabischen Liga zusätzlich zweifeln“, sagen die Beobachter.

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