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    Streit zwischen London und Teheran: Verbleib von britischen Marinesoldaten weiterhin unklar

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    Großbritannien hat immer noch keinen Kontakt zu den 15 Marinesoldaten, die vor drei Tagen vom iranischen Militär im Persischen Golf festgenommen worden sind, berichtet BBC.

    MOSKAU, 27. März (RIA Novosti). Großbritannien hat immer noch keinen Kontakt zu den 15 Marinesoldaten, die vor drei Tagen vom iranischen Militär im Persischen Golf festgenommen worden sind, berichtet BBC.

    Bei einem Treffen mit dem britischen Botschafter in Teheran weigerten sich iranische Regierungsvertreter, Angaben über den Verbleib der Festgenommenen zu machen.

    Nach britischer Darstellung regte London dieses Treffen an, um die Freilassung der Marinesoldaten durchzusetzen. Teheran dagegen suchte nach eigenen Angaben das Gespräch, um dem britischen Botschafter eine Protestnote zu überreichen.

    Nach Informationen aus dem britischen Verteidigungsministerium hatte Iran am Freitag voriger Woche 15 britische Marinesoldaten im irakischen Hoheitsgewässer festgenommen. Die Seeleute hätten entsprechend Resolution 1723 des Weltsicherheitsrats Handelsschiffe in dieser Region inspiziert, hieß es aus London. Großbritannien fordert die sofortige Freilassung seiner Bürger. Premierminister Tony Blair bezeichnete die Festnahme als "rechtswidrig" und als einen "Fehler". "Es gibt keinen Zweifel, dass diese Personen im irakischen Gewässer festgenommen wurden", sagte Blair auf einer Pressekonferenz in Berlin. "Ich hoffe, die iranische Regierung versteht, dass diese Frage für uns von prinzipieller Bedeutung ist."

    Nach Darstellung Teherans wurden die Briten, darunter eine Frau, im iranischen Hoheitsgewässer festgenommen. Iran wirft der britischen Marine die Verletzung der iranischen Grenzen und das illegale Eindringen in iranische Hoheitsgewässer vor. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars könnten britische Aufklärungssatelliten den Beweis führen, dass die Briten im iranischen Hoheitsgewässer gestellt wurden. Der Agentur zufolge wurden die Briten zum Verhör nach Teheran gebracht.

    Zuvor hatte ein Sprecher des iranischen Generalstabs mitgeteilt, dass die Festgenommenen bereits gestanden hätten, die iranische Grenze verletzt zu haben und rechtswidrig in iranische Hoheitsgewässer eingedrungen zu sein.

    Irans Außenminister Manuchehr Mottaki stellte fest, dass iranisches Hoheitsgewässer nicht zum ersten Mal verletzt wurde. Ihm zufolge müssen solche Streitfälle "entsprechend dem iranischen Recht" entschieden werden.

    2004 hatte Iran bereits einmal acht britische Armeeangehörige wegen Verletzung seiner Seegrenzen für drei Tage festgenommen, berichtet BBC. Aus London hieß es damals, dass die Briten "gezwungen" wurden, ins iranische Hoheitsgewässer einzudringen.

    Wie das russische Wirtschaftsblatt "Kommersant" schreibt, erfolgte die jetzige Festnahme kurz vor der Abstimmung über die neue Iran-Resolution im UN-Sicherheitsrat, mit der die Sanktionen gegen den islamischen Staat verschärft wurden.

    Am vergangenen Mittwoch hatte der geistliche Führer von Iran, Ayatollah Ali Khamenei, erklärt: "Wenn der Westen zu Drohungen und Gewaltanwendung greifen würde, wird Iran alle seine Möglichkeiten nutzen, um den feindlichen Angriff zurückzuschlagen."

    Die Verhaftung der Marinesoldaten ist offenbar der erste Gegenschlag, so "Kommersant".

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