10:26 24 September 2017
SNA Radio
    Politik

    Afghanistan: NATO geht zum Angriff über

    Politik
    Zum Kurzlink
    0 0 10
    MOSKAU, 27. März (RIA Novosti). Die fehlenden Erfolge im Kampf gegen die Taliban und beim sozialökonomischen Wiederaufbau Afghanistans hat die Internationale Schutztruppe in Afghanistan (ISAF), die unter dem NATO-Kommando steht, vor die Aufgabe gestellt, eine grundlegende Wende in der entstandenen Situation zu erreichen.

    Das schreibt die „Nesawissimoje wojennoje obosrenije“ („Unabhängige Militärische Übersicht“ in ihrer jüngsten Ausgabe.

    Heute verfolgt die NATO in Afghanistan folgende militärpolitische Ziele:

    - Zerschlagung der bewaffneten Taliban-Hauptgruppierungen, die die südlichen und östlichen afghanischen Provinzen kontrollieren, und Liquidierung der besonders maßgebenden militärischen und politischen Taliban-Führung;

    - Erreichen der afghanisch-pakistanischen Grenze und Schaffung einer Sicherheitszone in ihrer ganzen Länge;

    - Sicherung der Bedingungen für forcierte Maßnahmen zum sozialökonomischen Wiederaufbau der von den Taliban befreiten Territorien;

    - Erzielung von Vereinbarungen über die Zusammenarbeit mit den Oberhäuptern der Paschtunenstämme, die zu beiden Seiten der afghanisch-pakistanischen Grenze leben.

    Eben dafür ist eine gleichzeitige Truppenoperation in einigen afghanischen Provinzen notwendig. Ihr Plan, der aktive Kampfhandlungen im Süden Afghanistans und den Übergang der Funktionen zur Sicherung der afghanisch-pakistanischen Grenze an die NATO vorsieht, wurde unter unmittelbarer Beteiligung von General Bantz John Craddock, Befehlshaber der NATO-Streitkräfte Europa, ausgearbeitet.

    Entsprechend werden die militärpolitischen Aufgaben der Taliban durch die Unvermeidlichkeit einer großen NATO-Offensive im Frühjahr bzw. Sommer 2007 bestimmt.

    Ein optimales Szenario der Antwort der Taliban wäre eine Präventivoffensive der Taliban-Kämpfer auf Kandahar mit zahlreichen Diversionsakten in Kabul, mit der Besetzung von kleinen Ortschaften und Städten in verschiedenen Provinzen des Landes. Eine wesentliche Rolle bei den Präventivhandlungen der Taliban zum Durchkreuzen der NATO-Angriffsoperation können Selbstmordattentäter spielen.

    Die Effektivität ihrer Handlungen bewies der Terrorakt am Tor des amerikanischen Militärstützpunktes in Bagram, der am 27. Februar verübt wurde, als US-Vizepresident Dick Cheney ihn besuchte.

    Zu einem anderen wesentlichen Element der Taliban-Strategie zum Vereiteln des NATO-Angriffs wurde der Minenkrieg, der das Leben von Dutzenden Soldaten der westlichen Koalition, afghanischen Polizisten und Armeeangehörigen dahinraffte.

    Zurzeit konzentrieren sich die Haupteinheiten der westlichen Koalition in den südwestlichen Provinzen Kandahar und Helmand. Die Kämpfe im Süden Afghanistans werden hauptsächlich die amerikanischen Truppen (26 000 Mann), die britischen (5600), die kanadischen (2500) und die holländischen (2200) führen.

    Das deutsche Truppenkontingent (3000 Mann), das im Norden Afghanistans stationiert ist, und die italienischen Einheiten (1900 Mann), die im zentralen Teil des Landes stationiert sind, werden am ehesten eine Hilfsrolle spielen.

    Die Verlegung der amerikanischen 173. Fallschirmjägerbrigade sowie der Verstärkung aus Großbritannien und Polen nach Afghanistan, die im Frühjahr erwartet wird, soll die Angriffsmöglichkeiten der ISAF-Truppe vergrößern. Eine große Rolle bei der kommenden NATO-Operation sollen auch die nach Afghanistan gebrachten kanadischen Panzer Leopard spielen.

    Ein zusätzlicher Beweis für die Vorbereitung des NATO-Angriffs ist die Entfaltung eines tschechischen Feldlazaretts in Afghanistan Anfang März mit medizinischem Personal und den notwendigen Medikamenten.

    Ende Januar wurde ein Pionierbataillon der slowakischen Streitkräfte von Kabul nach Kandahar verlegt. Die britische Luftwaffe stationierte Anfang Februar in Kandahar zwei neuartige Kampfjets mit Senkrechtstart und -landung Harrier GR9A. Zwei weitere britische Jagdflugzeuge werden die Kampfaufgabe in Helmand erfüllen.

    Außerdem werden vier Hubschrauber Sea King und ein Transportflugzeug Hercules C-130 nach Helmand verlegt.

    Die Aufstockung der britischen Kampfkraft erfolgt auch durch Schützenpanzer Warrior und Mehrfachraketenwerfer.

    Aber im Brüssel rechnet man immerhin nicht damit, in diesem Frühjahr einen vollen und endgültigen Sieg über die Taliban zu erringen. NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer erklärte am 10. Februar in München, dass die Nordatlantikallianz hofft, die Kräfte der Taliban-Bewegung in Afghanistan erst im Laufe von zwei Jahren niederzuhalten. Dabei hob er hervor, dass die NATO auch nach 2009 ihre Truppen in Afghanistan halten müsse.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren