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    Kosovo-Plan im UN-Sicherheitsrat: Russland fordert weitere Verhandlungen

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    "Im Fall Kosovo geht es erstmals um die Ausgliederung einer Autonomie aus dem Bestand eines souveränen Staates. Eine einseitige Lösung würde insofern unweigerlich einen Präzedenzfall für andere ähnliche Situationen schaffen."

    MOSKAU, 29. März (RIA Novosti). "Im Fall Kosovo geht es erstmals um die Ausgliederung einer Autonomie aus dem Bestand eines souveränen Staates. Eine einseitige Lösung würde insofern unweigerlich einen Präzedenzfall für andere ähnliche Situationen schaffen."

    Deswegen setzt Russlaand weiter auf Verhandlungen und diplomatische Anstrengungen zur Regelung des Kosovo-Status. Das sagte Russlands Vizeaußenminister Wladimir Titow in einem am Donnerstag in der "Rossijskaja Gaseta" veröffentlichten Interview.

    Titow reist heute nach London und anschließend nach New York, um Konsultationen zu diesem Thema fortzusetzen.

    Indes ist im UN-Sicherheitsrat der vom UN-Sonderbeauftragten Martti Ahtisaari konzipierte Plan vorgelegt worden, der faktisch eine Unabhängigkeit vom Kosovo vorsieht, womit Serbien kategorisch nicht einverstanden ist.

    Russland schlug vor, vor der endgültigen Entscheidung zu dieser Frage eine Mission des Sicherheitsrats nach Belgrad und Pristina zu entsenden, um die Situation vor Ort zu untersuchen.

    "Wie gerecht und stabil kann denn eine Variante sein, die bei eine der Seiten keine Zustimmung findet und die eindeutig dem Völkerrecht und einer Reihe von Beschlüssen des UN-Sicherheitsrats widerspricht?" sagte Titow zum Ahtisaari-Plan. "Wie kann man Grenzen eines Staats ohne dessen Zustimmung ändern? Deshalb sind wir weiterhin der Ansicht, dass nur eine auf dem Verhandlungsweg erzielte Lösung, die sowohl Belgrad als auch Pristina zufrieden stellen würde, zur Grundlage einer zuverlässigen Regelung werden kann, die nicht zu einer Destabilisierung der Region oder zu einer Änderung der Grenzen provoziert, und zwar nicht nur auf dem Balkan."

    "Nun muss man mit einer umfassenden Auswertung zur Realisierung des grundlegenden Kosovo-Dokuments des UN-Sicherheitsrats beginnen, der Resolution 1244", führte Titow weiter aus. "Dabei muss man Fortschritte beziehungsweise deren Ausbleiben registrieren sowie konsequent auf die Lösung der noch übrig gebliebenen Aufgaben hinarbeiten. Es genügt zu sagen, dass die Erfüllung der vorrangigen Aufgabe - Rückkehr von Flüchtlingen, in erster Linie derer mit serbischer Nationalität - völlig gescheitert ist."

    Darauf angesprochen, ob Russland bereit sein werde, die Kosovo-Unabhängigkeit anzuerkennen, wenn alle anderen interessierten Seiten, bis auf Serbien, darauf bestehen werden, erklärte Titow: "Die Perspektive einer einseitigen Souveränität-Machung der Region und die Vernachlässigung der Prinzipien der internationalen Gesetze würde nicht nur Russland allein, sondern auch viele andere Staaten nicht zufriedenstellen. "Eine auf diese Weise gestartete Kettenreaktion könnte früher oder später ein jedes Land treffen, und dann wird die Unantastbarkeit der Souveränität durch nichts mehr gesichert sein."

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