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    Russlands Außenministerium gegen beschleunigten Prozess der Kosovo-Regelung

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    Kosovo-Status (440)
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    Der Verhandlungsprozess zu Kosovo ist in eine Sackgasse gebracht worden. Diese Meinung äußerte der russische Vizeaußenminister Wladimir Titow.

    MOSKAU, 29. März (RIA Novosti). Der Verhandlungsprozess zu Kosovo ist in eine Sackgasse gebracht worden.

    Diese Meinung äußerte der russische Vizeaußenminister Wladimir Titow.

    „Ich bin überzeugt, dass der Verhandlungsprozess nicht einfach in eine Sackgasse geraten, sondern dorthin gebracht worden ist. Der internationale Vermittler, und nicht er allein, trieb die Erörterung in einen harten Zeitrahmen und verband das mit Signalen an die Seiten, dass die Endvariante vorausbestimmt sei“, sagte er in einem Interview mit der Zeitung „Rossijskaja Gaseta“, das am Donnerstag veröffentlicht wurde.

    Er hob hervor, dass Moskau mehrmals vor der Verderblichkeit eines solchen Herangehens gewarnt habe. Laut Titow ist Russland auf eine aktive Fortsetzung der Verhandlungen und diplomatischen Bemühungen um die Regelung des Kosovo-Status eingestellt.

    „In einer Situation, wo es kein Einvernehmen gibt, darf man nicht unüberlegt den Prozess forcieren und versuchen, eine einseitige Variante aufzuzwingen“, betonte Titow. Er erläuterte, dass es notwendig sei, eine allumfassende Übersicht über die Erfüllung der Bestimmungen der Resolution 1244 (Grunddokument des UN-Sicherheitsrats zum Kosovo) zu erstellen, den Fortschritt oder dessen Fehlen zu fixieren und konsequent die gestellten Aufgaben zu erfüllen.

    „Es genügt zu sagen, dass die Prioritätsaufgabe der Rückkehr der Flüchtlinge und zeitweiligen Zwangsaussiedler, vor allem der Serben, in die Region vollständig gescheitert ist“, betonte der russische Vizeaußenminister.

    Ihm zufolge sind Russland und viele andere Staaten mit der "Perspektive einer einseitigen Souveränisierung der Region" und der Missachtung der Prinzipien der internationalen Gesetzlichkeit nicht einverstanden.

    „Es ist doch verständlich, dass die auf diese Weise in Gang gesetzte Kettenreaktion früher oder später jedes Land tangieren kann. Denn die Unantastbarkeit der Souveränität wird bereits durch nichts mehr garantiert. Der im Kosovo belohnte Separatismus wird in anderen Teilen der Welt einen starken Impuls bekommen“, sagte der Diplomat.

    Im Fall Kosovo wird erstmals die Frage der Auslösung einer Autonomie aus dem Bestand eines souveränen Staates aufgeworfen.

    „Deshalb wird eine einseitige Lösung unvermeidlich einen Präzendenzfall schaffen und wird auf andere Situationen übertragen“, betonte Titow.

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