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    Berufung abgelehnt - Den Haager Gerichtshof leitet Fall Kovacevic an serbisches Gericht

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    DEN HAAG, 29. März (RIA Novosti). Der Internationale Gerichtshof für Ex-Jugoslawien (ICTY) in Den Haag hat am Mittwoch die Berufung des bosnischen Serben Vladimir Kovacevic, der seinen Fall nicht von einem serbischen Gericht behandeln lassen will, abgelehnt.

    Der 46-Jährige wird wegen Kriegsverbrechen angeklagt. Das berichtete der Pressedienst des Gerichtshofs.

    Der Sekretär des Gerichtshofs soll dafür sorgen, dass Kovacevic innerhalb von 30 Tagen nach Serbien gebracht wird. Der Staatsanwalt soll alle Unterlagen zu dem Fall an die serbischen Gerichtsbehörden übergeben.

    Die gegen Kovacevic erhobenen Anschuldigungen sind auf seine Rolle bei der Besetzung der kroatischen Stadt Dubrovnik im Dezember 1991 zurückzuführen. Nach Angaben der Anklage soll Kovacevic als Bataillonschef der jugoslawischen Volksarmee den Beschuss dieser Stadt geleitet haben, die von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt worden war. Dabei wurden viele historische Bauten zerstört oder beschädigt sowie zwei Menschen getötet und drei verletzt.

    Im April vergangenen Jahres sind die Richter in Den Haag zu dem Schluss gelangt, dass Kovacevic wegen seines Zustandes nicht am Gerichtsprozess teilnehmen konnte. Gleichzeitig wurde vom Gerichtshof befunden, dass in Serbien die Möglichkeit bestehe, den Gesundheitszustand des Angeklagten stets zu beobachten und den Fall zu verhandeln, sollte sich sein Zustand nicht verbessern.

    Am 17. November 2006 wurde beschlossen, den Fall Kovacevic nach Serbien zu überweisen. Kovacevic ist der erste Angeklagte, dessen Fall an Serbien weitergeleitet wird.

    Der Internationale Gerichtshof für Ex-Jugoslawien hatte bereits früher neun Angeklagte an Bosnien-Herzegowina überstellt sowie einen Fall mit zwei Angeklagten an Kroatien weitergeleitet.

    Entsprechend dem Beschluss des UN-Sicherheitsrats soll der Den Haager Gerichtshof im kommenden Jahr alle Verfahren erster Instanz und im Jahr 2010 alle Berufungsverfahren abschließen. Daher will sich der ICTY auf die Gerichtsverhandlungen gegen hochrangige Angeklagte konzentrieren, während die Personen, die beim Konflikt keine hohen Ämter in Ex-Jugoslawien bekleidet hatten, in die Rechtsprechung der nationalen Gerichte der Staaten auf dem Territorium der ehemaligen Jugoslawiens geführt werden.

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