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    Großbritannien schätzt Russlands Bemühungen um Lösung des Kosovo-Problems hoch ein

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    LONDON, 29. März (RIA Novosti). In London schätzt man Moskaus Bemühungen um die Regelung der Situation um das Kosovo sowie um die Lösung von anderen internationalen Problemen hoch ein.

    Wie RIA Novosti vom Pressedienst des britischen Außenministeriums erfuhr, sagte das der Minister für Europa-Angelegenheiten, Geoffrey Hoon, am Donnerstag bei einem Treffen mit dem russischen Vizeaußenminister Wladimir Titow.

    Das Treffen habe im britischen Unterhaus stattgefunden, präzisierte ein Sprecher.

    Er betonte, dass Hoon die große Bedeutung des Gesprächs im Kontext der Initiativen des UNO-Beauftragten für das Kosovo, Martti Ahtisaari, hervorgehoben und auf die wichtige Rolle Moskaus als Mitglied der „Kontaktgruppe“ für das Kosovo verwiesen habe. „Russland ist und bleibt ein äußerst wichtiger Spieler in der internationalen Arena“, habe der Minister festgestellt.

    Der russische Botschafter in London, Juri Fedotow, hatte zuvor informiert, dass eines der wichtigsten Verhandlungsthemen für Titow ein bilaterales Abkommen über Kulturzentren werden sollte. „Damit wird die erforderliche juristische Basis für die Tätigkeit des Britischen Rates in Russland und für die Eröffnung eines russischen Kulturzentrums in Großbritannien geschaffen“, unterstrich der Botschafter.

    Bezüglich des Kosovo-Problems lässt sich feststellen, dass Moskau und London auf unterschiedlichen Positionen stehen. Großbritannien befürwortet den unlängst von Martti Ahtisaari initiierten Plan zur Unabhängigkeit des Kosovo. Dabei fordert London Belgrad und Pristina auf, die Bemühungen des UNO-Beauftragten zu unterstützen.

    Moskau steht dagegen Belgrad zur Seite und hält die Bestimmung des Status der Region ohne Berücksichtigung der Meinung der serbischen Regierung und aller ethnischen Gruppen im Kosovo für voreilig.

    Der Sekretär des Sicherheitsrates Russlands, Igor Iwanow, der in den 1990er Jahren die russische Delegation bei den Verhandlungen über Ex-Jugoslawien geleitet hatte, sagte sogar, die UNO sollte einen neuen Kosovo-Beauftragten ernennen, damit die Verhandlungen fortgesetzt werden können.

    Vizeaußenminister Titow hatte seinerseits vor dem Abflug nach London gegenüber der russischen Regierungszeitung „Rossijskaja Gaseta“ gesagt, die Kosovo-Verhandlungen seien „nicht nur in eine Sackgasse geraten, sondern in diese Sackgasse geführt worden.“ Gleichzeitig versicherte er, dass Moskau sein Bestes tun werde, damit die Verhandlungen fortgesetzt werden. „In einer Situation, wo es kein Einvernehmen gibt, darf man nicht den Verhandlungsprozess rücksichtslos forcieren und jemandem eine einseitige Variante aufzwingen“, warnte er. Man sollte ihm zufolge die Erfüllung der Resolution 1244 des UN-Sicherheitsrates analysieren, Fort- oder Rückschritte feststellen und auf der Erfüllung der gestellten Aufgaben beharren.