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    Vizepremier Medwedew ruft Russen zur Adoption von Waisenkinder auf

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    MOSKAU, 16. April (RIA Novosti). Russlands Erster Vizepremier Dmitri Medwedew ruft die Russen auf, ihre Einstellung gegenüber Waisen zu ändern und vermehrt Kinder aus Kinderheimen zu adoptieren.

    "Es wäre gut, wenn alle Familien kinderreich sind. Dafür muss man jedoch eigentlich nicht nur eigene Kinder zur Welt zu bringen", so Medwedew im Interview mit dem Wochenmagazin "Itogi".

    Ihm zufolge gibt es in Russland etwa 730 000 Waisen und von Eltern abgegebene Kinder.

    "Es ist klar, dass eine normale, vollwertige Erziehung nur möglich ist, wenn das Kind Mutter und Vater hat und wenn es die Fürsorge der Verwandten hat", sagte Medwedew.

    "Viele unsere Landsleute sind in den Kinderheimen aufgewachsen, wo sie eine besondere Abhärtung bekommen hatten. Doch heutzutage sind die Praktiken, mit denen man sich vor ein paar Jahrzehnten abfinden musste, kaum zulässig.“

    Laut ihm soll man diesem Problem einen großen Platz einräumen.

    "Die Menschen befürchten einfach, fremde Kinder wegen der anschließenden Finanzprobleme zu adoptieren", betonte der erste Vizepremier.

    "Auf das System der Sozialfürsorge ist kein Verlass. Außerdem gibt es auch einen moralischen Aspekt des Problems: die Menschen sehen die Adoptiveltern oft argwöhnisch an. Im Ergebnis schämen sich viele Menschen der aufrichtigen, menschlichen Gefühle, wollen nicht ins Gerede kommen", fügte Medwedew hinzu.

    Er erinnerte, dass es im vorigen Jahr 7700 Adoptionen von Russen und 6700 von Ausländern gab.

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