09:05 17 Dezember 2017
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    Kosovo-Status: Russland kritisiert Argumente über unvermeidlichen Gewaltausbruch

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    Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat Argumente über die Gefahr eines unvermeidlichen Gewaltausbruchs seitens der Kosovo-Albaner, sollte die umstrittene serbische Provinz nicht unabhängig werden, als Erpressung kritisiert.

    BELGRAD, 19. April (RIA Novosti). Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat Argumente über die Gefahr eines unvermeidlichen Gewaltausbruchs seitens der Kosovo-Albaner, sollte die umstrittene serbische Provinz nicht unabhängig werden, als Erpressung kritisiert.

    „Das internationale NATO-geführte Friedenskontingent für Kosovo (Kfor) ist wohl in der Lage, jeden Gewaltausbruch zu unterbinden“, sagte Lawrow in Belgrad im Gespräch mit dem serbischen Fernsehsender RTS. "Tut die Kfor-Truppe das nicht, hat sie die ganze Schuld zu tragen.“

    Nächste Woche werde eine Sondergruppe des UN-Sicherheitsrats Belgrad und Pristina besuchen, um die Erfüllung der Kosovo-Resolution Nummer 1244 zu kontrollieren, teilte Lawrow mit. Er bezeichnete die Reise der Gruppe als einen wichtigen Schritt.

    Am 27. März wurde im Weltsicherheitsrat der Kosovo-Plan des UN-Sonderbeauftragten Martti Ahtisaari vorgestellt. Nach dem Plan soll die umstrittene serbische Provinz den Status eines unabhängigen Staates mit eigener Verfassung, Symbolik und Armee bekommen, jedoch vorläufig unter internationaler Kontrolle bleiben. Die 150 000 Kosovo-Serben sollen laut Plan das Recht auf örtliche Selbstverwaltung sowie Kulturautonomie bekommen.

    Die USA und die EU unterstützen den Plan. Russland lehnt ihn ab, weil zwischen den Kosovo-Albanern und Serbien bisher keine Kompromisslösung gefunden werden konnte. Der russische UN-Botschafter Vitali Tschurkin sagte, dass der Ahtisaari-Plan die Position der Serben nicht ausreichend berücksichtige.

    Der serbische Präsident Boris Tadic nannte die Unabhängigkeit des Kosovo unannehmbar und lehnte den Ahtisaari-Plan ab. „Die Unabhängigkeit des Kosovo wäre ein gefährlicher Präzedenzfall mit schweren Folgen für die Balkan-Region und andere Krisengebiete“, sagte Tadic.